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Winterthur, Stadthaus: SAISONERÖFFNUNG MUSIKKOLLEGIUM; 28.08.2026

Erstellt von Kaspar Sannemann | | Musikkollegium Winterthur

Winterthur, Stadthaus Bild: K. Sannemann

Gratiskonzert zur Saisoneröffnung des Musikkollegiums Winterthur mit dem mehrfach preisgekrönten Pianisten und Dirigenten Richard Octaviano Kogima und dem Trompeter Guillaume Thoraval mit den folgenden Werken:

Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-Moll, KV 466 | Uraufführung: 11. Februar 1785 in Wien, mit Mozart am Klavier |

Alfred Baum: Konzert für Trompete, Klavier, Pauke und Streicher | Uraufführung: 14. November 1961 im Radiostudio Zürich,Leitung: Erich Schmid, Klavier: der Komponist selbst, Trompete: Henri Adelbrecht |

Zoltán Kodály: Tänze aus Galánta | Urauffühung: 23. Oktober 1933 in Budapest, Leitung: Ernst von Dohnániy

Kritik: folgt am 29.8. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) komponierte nur wenige - dafür sehr effektvolle - Werke in Moll Tonarten. So stellen das 20. Klavierkonzert in d-Moll und das 24. Klavierkonzert in c-Moll die beiden einzigen Vertreter in Moll Tonarten von den insgesamt 27 Klavierkonzerten aus Mozarts Feder dar. Das Konzert KV 466 stammt aus der sogenannten Sturm-und-Drang-Zeit, einer Epoche, die in der Kunstgeschichte etwa von 1765 bis 1790 dauerte und sich gegen den Rationalismus der Aufklärung stellte. Mozart beschritt mit diesem Konzert endgültig den Weg zum sinfonischen Klavierkonzert. Zudem entspricht es nicht mehr dem aristokratischen Unterhaltungsideal, sondern Mozart zeigt darin den Künstler und Menschen als selbstbestimmendes Individuum. Er spricht mit dem d-Moll in der Tonart des libertären Don Giovanni. Spätere Komponisten wie Beethoven und Brahms haben das Konzert sehr geschätzt, oft gespielt und eigene Kadenzen verfasst.

Alfred Baum (1904-1993) war 57 Jahre lang Organist an der Neumünsterkirche in Zürich, lehrt an den Konservatorien in Winterthur und Zürich (heute ZHdK) und komponierte fleissig. Sein Konzert für Klavier, Trompete, Pauke und Streicher orientiert sich vom Instrumentarium her  am gleich besetzten Konzert Schostakowitschs. Doch Baum bevorzugt den neoklassizistischen Ansatz mit stark ausgeprägter Rhythmik. Das Konzert wurde in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts oft am Radio gespielt und erfreute sich regen Zuspruchs. Leider geriet es nach Baums Tod in Vergessenheit. Erfreulicherweise setzt nun das Musikkollegium Winterthur im Rahmen seiner Verantwortung für das Schweizer Musikschaffen diese spritzige Komposition aufs Saisoneröffungsprogramm. Die Streicher bilden dabei den Teppich, der die scharfen, kristallinen Effekte der perkussiven Instrumente abfedert. 

Zoltán Kodály (1882-1967) prägte nicht nur zusammen mit Béla Bartók die ungarische Musik im 20. Jahrhundert, er war auch ein bedeutender Musikpädagoge und unermüdlicher Musikethnologe. So basieren auch seine TÄNZE AUS GALÁNTA auf einer Sammlung von Tänzen der Roma aus dem kleinen Marktflecken Galánta. Das Werk bietet in einer Rondoform spannende Wechsel zwischen langsam und schnell und akzentuiert mit den typischen Synkopierungen der Roma-Musik. Dadurch und mit der “ungarischen Tonleiter” (einer Moll-Tonleiter mit zwei übermässigen Sekundenschritten) erhalten die Werbe-Tänze ihren charakteristischen Stil und ihre federnde Spannung. Die Orchestrierung des Werks für grosses Sinfonieorchester ist gekonnt farbig gehalten. 

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