Willkommen in der Welt der Oper, des Konzerts, des Balletts

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Zürich: BELSHAZZAR, 03.11.2019

Erstellt von Kaspar Sannemann | |   Belshazzar

Oratorium in drei Akten | Musik: Georg Friedrich Händel | Libretto: Charles Jennens | Uraufführung: 27. März 1745 in London | Aufführungen in Zürich: 3.11. | 6.11. | 9.11. | 15.11. | 17.11. | 21.11. | 23.11. | 30.11. | 6.12.2019

Kritik: erscheint am 4.11. ab 14 Uhr an dieser Stelle

Inhalt:

Babylon 538 v.Chr.

Nicotris, Belshazzars Mutter und Königin von Babylon, sieht keine Zukunft mehr für ihr von den Persern belagertes Königreich. Aufstieg und Untergang von Reichen sind für sie das Ergebnis menschlicher Überheblichkeit. Allein Gott ist beständig. Indes fühlen sich die Babylonier in ihrer Festung sicher. Doch Cyrus, der Anführer der Perser, verfolgt einen ausgeklügelten Plan: Er will den Fluss Euphrat in einen See ableiten und dann durch das ausgetrocknete Flussbett Babylon erobern und zwar am Sesach-Fest, wenn alle Babylonier im Rausch sind, insbesondere der triebhafte, ausschweifende Belshazzar soll so von Cyrus und seinem Verbündeten Assyrer Gobrias besiegt werden. Unterdessen preist der Jude Daniel die Prophezeiungen Jesajas und Jeremias, wonach die Juden von ihrer Versklavung und Gegfangenschaft durch die Babylonier erlöst werden. Belshazzar befiehlt die Vorbereitungen zum Fest: Der Wein soll in Strömen fliessen und die einst von Nebukadnezar aus dem Tempel Jerusalems gestohlenen heiligen Gefässe sollen als Becher dienen. Diese Gotteslästerung wird von der zu Jehova bekehrten Königin Necrotis vehement verurteilt, sie warnt zusammen mit den Juden ihren Sohn eindringlich vor der rächenden Hand Jehovas.

Während sich Belshazzar volllaufen lässt und den Gott der Juden verhöhnt, schreibt eine geisterhafte Hand Mene, Mene, Tekel Upharsinan die Wand. Belshazzar erschrickt und ruft seine Weisen. Doch die können die Worte nicht deuten. Belsahzzar schickt nach Daniel und verspricht ihm Macht und Reichtümer, wenn er ihm die Worte erklärt. Daniel lehnt alle Belohnungen ab, wirft Belshazzar jedoch folgende Erklärung an den Kopf: Gewogen und für zu leicht befunden, die Tage deiner Macht sind gezählt.“ Nicotris fleht ihren Sohn an, den Gott der Juden anzuerkennen und Reue zu zeigen. Cyrus hat unterdessen den ausgetrockneten Euphrat überquert und dringt mit seinen Kampfgefährten in die Stadt Babylon ein. Er befiehlt, Belshazzar zu bestrafen, die Bevölkerung jedoch zu verschonen und wird für seine Weisheit gepriesen.

Nicotris fürchtet um das Leben ihres Sohnes. Der jedoch säuft weiter und schöpft so neuen Mut, um Cyrus zu konfrontieren. Vergeblich, er wird von Cyrus erschlagen. Cyrus versichert Nicotris, dass er das Volk verschonen werde und erklärt das Ende des Krieges. Er versichert auch Daniel und den Juden, dass er – der den Gott der Juden ebenfalls anerkennt - den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen werde und dass die Gefangenschaft des jüdischen Volkes beendet sei.

Werk:

Georg Friedrich Händel (1685-1759) sah zu Beginn der 1740er Jahre den Erfolg seiner italienischen Opern in London schwinden und wandte sich deshalb der Komposition von Oratorien zu. Bereits seit längerer Zeit hatte Händel die Kunstform des Oratoriums entwickelt. Im Gegensatz zu den Oratorien in Kontinentaleuropa setzte Händel Chöre und Ensembles ein, verlieh seinen Oratorien dramatischen Aplomb, übernahm Elemente aus verschiedenen Formen des Theaters, so des klassischen französischen Dramas, der italienischen Oper und den englischen Plays, Masques und Anthems. Zwar bildete das Theater noch den Rahmen für die Aufführung, doch eine eigentliche Inszenierung fand nicht statt, der sinnliche und ideelle Gehalt wird in die Vorstellungskraft des Zuhörers übertragen. Wichtig in Händels Oratorien ist der Chor, der sowohl aktiv am Geschehen beteiligt ist, als auch – wie in der griechischen Tragödie – kommentierend agiert. In BELSHAZZAR sind es gar drei Völker, die hier pesronifiziert sind: Babylonier, Juden und Perser.

BELSHAZZAR war zu Händels Lebzeiten nicht gerade erfolgreich, obwohl der Komponist von dessen Qualitäten überzeugt war. Diese Qualitäten, insbesondere die dramatischen, reizen in jüngster Zeit Regisseure und Intendanten zur szenischen Aufführung auf der Opernbühne.

Karten

Georg Friedrich Händel ((1685-1759)