Willkommen in der Welt der Oper, des Konzerts, des Balletts

Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien. Kommentare und eigene Eindrücke von BesucherInnen dieser Seite sind ausdrücklich erwünscht. Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche. 

Sehr erfreut bin ich auch über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der informativen Online-Plattform http://deropernfreund.de. Auch hier erhalten Sie vielschichtige und fundierte Empfehlungen für Besuche in der reichhaltigen Theaterlandschaft Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Datenschutz (DSVGO): Diese Seite speichert keine Userdaten, es gibt keine Kontakt- und Kommentarfunktion mehr, was ich bedaure, doch lässt mir die DSVGO keine andere Wahl. Näheres erfahren Sie unter "Impressum" und "Datenschutz".

Berlin, Philharmonie: ARGERICH | BARENBOIM, 26.02.2019

Erstellt von Kaspar Sannemann | |   Prokofiew, 3. Klavierkonzert

Franz Schubert: Sinfonie Nr. 8 in h-Moll (die Unvollendete) | Uraufführung: (posthum) 17 Dezember 1865 in Wien | Sergej Prokofjew: Klavierkonzert Nr. 3 in C-Dur | Uraufführung: 16. Dezember 1921 in Chicago, mit dem Komponisten am Klavier | Jörg Widmann: BABYLON Suite für grosses Orchester | Uraufführung: 21. August 2014 in Grafenegg | Diese Konzert in Berlin: 25.2. in der Staatsoper, 26.2.2019 in der Philharmonie

Kritik: folgt am 27.2. ab 13 Uhr an dieser Stelle

 

Werke:

Franz Schubert (1797-1828) komponierte neun Sinfonien (und einige Fragmente), wobei man die unvollendet gebliebene 8. in h- Moll (nach einigen anderen Verzeichnissen auch als 7. geführt) nicht a priori als Fragment bezeichnen kann, denn die ersten beiden Sätze sind komplett ausgeführt und instrumentiert. Zwar existieren Skizzen zu einem 3. Satz (Scherzo), doch eventuell erachtete Schubert das Werk als auch mit zwei Sätzen als abgeschlossen und reichte es dem Steiermärkischen Musikverein ein. Verschiedentlich wurden Versuche unternommen, das Werk zu einer viersätzigen Sinfonie zu vollenden, doch wirklich durchgesetzt hat sich keine dieser Bearbeitungen. Auch wurden sätze aus Schuberts Schauspielmusik ROSAMUNDE hinzugezogen, da diese Komposition etwa zeitgleich mit der h-Moll Sinfonie entstand und punkte Orchesterbesetzung identisch ist. Es wäre also auch denkbar, dass Schubert seine Ideen für die h-Moll Sinfonie in ROSAMUNDE aufgehen liess. Im ersten Satz moduliert Schubert die h-Moll Einleitung relativ rasch in ein ländlich-bejahend gestimmtes G-Dur. Dieses Thema endet abrupt, Dissonanzen und Tremoli leiten Variationen des Seitenthemas ein, eine kurze Durchführung folgt, bevor die Reprise alle drei Themen aufgreift. Ganz ruhig fliesst der zweite Satz dahin, bis das zweite Thema eine enorme Steigerung erfährt. Ein ruhige Coda beendet die Unvollendete.

Sergej Prokofiew (1891-1953) hinterliess ein reichhaltiges Oeuvre für Klavier, darunter fünf Klavierkonzerte, von denen das dritte das meistgespielte ist. (was aber nichts über die Qualität der anderen seiner Klavierkonzerte aussagt, insbesondere das zweite ist hoch interessant!). Aber vielleicht ist das dritte auch das für die Allgemeinheit zugänglichste, wobei Prokofjew sich ja nie von irgendwelchen „Neutöner“ Schulen vereinnahmen liess, und seinem tonalen Stil treu blieb. So ist das dritte Klavierkonzert in der „Umgebung“ seiner Symphonie classique entstanden und kommt in der traditionellen Dreisätzigkeit in einem beinahe neoklassizistischen Stil daher. Neben aller anspruchsvollen Virtuosität und den geschärfte Rhythmen bezaubert das dritte Klavierkonzert Prokofiews aber auch mit extrem schönen, zarten Kantilenen, manchmal fast träumerisch verwischt und doch von kristalliner Klarheit. Prokofiew verarbeitet darin seine Eindrücke aus Paris, aus Amerika – doch ein wehmütiger Blick zurück nach Russland lässt sich in der Musik ebenfalls entdecken.

Jörg Widmann (geboren 1973) ist ein deutscher Komponist und Klarinettist. Seine Oper BABYLON wurde 2012 als Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper in München unter Kent Nagano uraufgeführt. Der Text stammte von Peter Sloterdijk. Die Oper behandelt die Liebe und die daraus folgenden Konflikte zwischen einem jüdischen Exilanten und einer babylonischen Priesterin, inklusive Abstiegs in die Unterwelt à la Orpheus - Multikulti während des Aufstiegs und des Falls eines Imperiums in einer Metropolis.
Karten

 

 

Sergej Prokofiew (1891-1953)