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Willkommen in der Welt der Oper, des Konzerts, des Balletts, des Musicals

Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien.

Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche.

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Zürich, Tonhalle: BUNIATISHVILI & JÄRVI

Erstellt von Kaspar Sannemann | | Amsterdam/Gaffigan/Thibaudet

Die Fokus-Künstlerin der neuen Saison, Khatia Buniatishvili, spielt Tschaikowsky, vom Creative Chair Komponisten Dieter Ammann spielt das Tonhalle-Orchester Zürich BOOST

Werke:

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll | Uraufführung: 25. Oktober 1874 in Boston (mit Hans von Bülow am Klavier) |

Dieter Ammann: BOOST | Uraufführung: 9. Januar 2002 in Luzern |

Alexander Skrjabin: POÈME DE L'EXTASE | Uraufführung: 10. Dezember 1908 in New York |

Dieses Konzert in Zürich: 16.9. | 17.9. | 18.9.2026

Paavo Järvi und das Tonhalle-Orchester Zürich Bild: K. Sannemann

Kritik: folgt am 17.9. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) komponierte sein erstes (und mit Abstand beliebtestes Klavierkonzert) im Jahre 1874. Ursprünglich wollte er es seinem Mentor Nikolai Rubinstein widmen, doch der bezeichnete die Komposition als armselig, vulgär, wertlos, unspielbar. Daraufhin schickte Tschaikowsky das Konzert an Hans von Bülow und bat um sein Urteil. Der befand es als hinreissend in jeder Hinsicht. Und das ist es tatsächlich. Bis heute verfehlt das Schlachtross unter den Klavierkonzerten der Romantik und Spätromantik seine mitreissende Wirkung nie. Bereits der Beginn ist von einer effektvollen, unnachahmlichen Wucht, quasi ein elementares Ereignis. Die Melodie des Orchesters wird vom Klavier mit sich über die gesamte Tastatur erstreckenden Akkorden begleitet. Das Hauptthema, welches dann in b-Moll gehalten ist, erinnert an ein ukriainisches Volkslied. Der zweite Satz beginnt mit einer melancholischen Melodie der Querflöte, welche das Thema des ukrainischen Voksliedes wieder aufnimmt. In der Mitte dieses Satzes wird ein damals bekanntes französisches Chanson (Il faut s' amuser, danser et rire) schnell dahinrauschend verarbeitet. Der dritte Satz, in der Form eines fulminanten Rondos, verlangt viel Tastenakrobatik vom Pianisten, so viel, dass dieser Satz meist in der von Alexander Siloti gekürzten Fassung aufgeführt wird.

Rubinstein hat übrigens seine vernichtenden Worte später bedauert und das Konzert sogar selbst aufgeführt.

Berühmt wurde die Aufnahme mit dem blutjungen Pianisten Van Cliburn von 1961. Dies war die erste Schallplatte aus dem Bereich der klassischen Musik, welche sich über eine Million Mal verkaufte.

Dieter Ammann (geboren 1962 in Aarau) zählt zu den meistaufgeführten Schweizer Komponisten der Gegenwart. In diesem Jahr wurde er als “Komponist des Jahres” mit dem renommierten Opus-Klassik-Preis ausgezeichnet. Sein pralles, spritziges Orchesterwerk BOOST ist der erste Teil eines Triptychons für grosses Orchester (die weiteren Teile sind CORE, entstanden 2002 und TURN, entstanden 2010). Das komplette Triptycheon wurde 2010 unter der Leitung von Pierre Boulez beim Lucerne Festival aufgeführt, die einzelnen Teile tauchen regelmässig in den Programmen bekannter Orchester weltweit auf. 

Alexander Skrjabin (1872-1915) war in jungen Jahren stark von der Klaviermusik Chopins beeinflusst, komponierte deshalb viel äusserst virtuose Klavierwerke im spätromantischen Stil, fan dann aber schnell zu einem ganz eigener Tonalität, welche diese an den Rand der bekannten Harmonik brachte und teilweise komplett auflöste oder in neuartigen Schichtungen von quarten zu neuen Ufern führte. Leider starb er bereits im alter von 42 Jahren an einer Blutvergiftung. Sein sieben Tage dauerndes Gesamtkunstwerk "Mysterium, das in einer dafür eigens errichteten Halle am Fusse des Himalayas in Indien stattfinden sollte, konnte er nicht mehr realisieren. In einer utopischen Vision wollte er ein Werk für alle Sinne schreiben, in dem es keine Zuhörer*innen gebe, sondern nur Partizipierende, welche die Menscheit in eine rein geistige Transformationsexistenz führen sollten. In seinem bekanntesten Werk POÈME DE L'EXTASE ist er in einer Phase zwischen Tradition und Mystik angekommen. In einer Art Sonatenhauptsatzform bewegt er sich zwischen zarten, sehnsüchtigen Motiven in der Einleitung, wilden Tänzen des Begehrens in der Durchführung zu oriastischem C-Dur Finale, dessen überwältigender, geradezu erotisch-besessener Wirkung man sich kaum entziehen kann.

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