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Willkommen in der Welt der Oper, des Konzerts, des Balletts, des Musicals

Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien. Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche. 

Einige meiner Artikel werden von https://deropernfreund.de übernommen.

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Zürich, Tonhalle: RAVEL & LISZT; 10.12.2025

Erstellt von Kaspar Sannemann | | Liszt, Klavierkonzert

Thomas Guggeis springt für den erkrankten Philippe Jordan ein und gibt damit sein Debüt in der Tonhalle Zürich. Simon Trpčeski spielt das zweite Klavierkonzert von Franz Liszt. Das vorgesehene Programm bleibt unverändert.

Werke:

Maurice Ravel: VALSES NOBLES ET SENTIMENTALES | Uraufführung: 8. Mai 1911 in Paris (Klavierfassung) | Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur | Uraufführung: 7. Januar 1857 in Weimar (unter der Leitung des Komponisten, mit dem Widmungsträger Hans von Bronsart am Klavier) | Maurice Ravel: DAPHNIS ET CHLOÉ, Suite Nr. 2 | Uraufführung (Ballett): 8. Juni 1912 in Paris, Choreografie: Michel Fokine | Maurice Ravel: LA VALSE | Uraufführung: 12. Dezember 1920 in Paris (konzertant), 1926 als Ballett zuerst in Antwerpen, dann 1928 endlich in Paris | Dieses Konzert in Zürich: 10.12. und 11.12.2025

Maurice Ravel (1875-1937) Bild 1925, gemeinfrei

Kritik: folgt am 11.12. ab 12 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Maurice Ravel (1875-1937) VALSES NOBLES ET SENTIMENTALES

Der Bezug zu Schubert ist offensichtlich: Schubert schrieb sehr gerne Walzer für Klavier, einen Zyklus nannte er z.B. Valses sentimentales, einen anderen Valses nobles. Ravel fasste seine acht Valses in einem Zyklus zusammen. Wie oft bei Ravel, erstellte er zuerst ein Klavierfassung und orchestrierte diese erst später. Es gibt auch eine Ballettfassung (Adélaïde), die von einer jungen Frau handelt, die von mehreren Männern umworben wird.

Franz Liszt (1811-1886) KLAVIERKONZERT NR. 2 in A-Dur

Liszt arbeitete seit 1830 an seinem zweiten Klavierkonzert, zur Uraufführung kam es erst 20 Jahre später, und selbst nach der Uraufführung wurde es von ihm nochmals umgearbeitet. Das Konzert nannte Liszt eigentlich CONCERT SYMPHONIQUE. Im Grunde ist es eine einsätzige Komposition, die Abschnitte gehen ohne Zäsur ineinander über. Bereits in der Einleitung erklingt angeführt von den Klarinetten das romantische Kernthema, das dann sogleich vom Klavier weich umspielt wird. Insgesamt ist Liszts zweites Klavierkonzert viel lyrischer und poetischer angelegt, als sein stellenweise heroisch auftrumpfendes erstes Konzert dieses Genres.

Maurice Ravels: DAPHNIS ET CHLOÉ, Suite Nr. 2

Der umtriebige Impresario der Ballets Russes, Sergei Diaghilew, hatte Ravel mit der Komposition einer Ballettmusik zur antiken griechischen Romanze von DAPHNIS ET CHLOÉ beauftragt. Ravel schuf eine “Symphonie choréografique”, in welcher er der Szenenabfolge des vom Choreografen Michel Fokine entworfenen Konzepts folgte. Ravel komponierte nach eigenen Aussagen ein “breites musikalisches Fresko, basierend auf dem Griechenland meiner Träume.” Es geht um die Liebe des Schaäferpaares Daphnis und Chloé: Chloé wird von Piraten entführt; der Gott Pan rettet sie aus den Fängen der Seeräuber. Als Dank tanzen die beiden Liebenden eine Pantomime für den Gott. Darin entflieht die Nymphe Syrinx den Nachstellungen Pans und verwandelt sich in ein Schilfrohr. Daraus schnitzt Pan eine Flöte - die Geburt der Panflöte. Das Ganze steigert sich im anbrechenden Tag zu einem glanzvollen Bacchanal. Aus der Ballettmusik destillierte Ravel zwei Orchestersuiten, von denen sich insbesondere die zweite grosser Beliebtheit in den Konzertsälen erfreut. Sie ist unterteilt in drei Abschnitte: Lever du jour, Pantomime und Danse générale. Das stimmungsvolle Morgengrauen sollte eigentlich noch von einem Fernchor untermalt werden, aus Kostengründen wird dieser jedoch oft in Konzerten weggelassen. Die Pantomime gehört mit zu den raffiniertesten Passagen aus Ravels Œuvre.

Maurice Ravel: LA VALSE, poème chorégraphique

Als Ravel 1919 von Sergej Diaghilew den Auftrag zur Komposition eines Balletts für dessen Ballets Russes erhielt, hatte er noch in der Blüte seines Schaffens gestanden. Diaghilew wies jedoch die fertige Komposition als "untanzbar" zurück und das Werk wurde konzertant uraufgeführt. Erst einige Jahre später wurde es erstmal choreographiert, später setzte sich das Stück sehr erfolgreich in den Choreografien von Balanchine und Ashton durch. Ravel selbst stellte seiner Komposition eine Art Programm voran: "Flüchtig lassen sich durch schwebende Nebelschleier hindurch walzertanzende Paare erkennen. Nach und nach lösen sich die Schleier auf: man erblickt einen riesigen Saal mit zahllosen im Kreise wirbelnden Menschen. Die Szene erhellt sich zunehmend; plötzlich erstrahlen die Kronleuchter in hellem Glanz. Eine kaiserliche Residenz um 1855." Doch das Werk endet nicht in Harmonie, der schwermütige Ravel liess die aufblitzenden Anklänge an den Wiener Walzer in einen chaotischen Todestanz taumeln. Das Werk ist eng mit biographischen Ereignisse in Ravels Leben verknüpft: Seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg, der Tod seiner Mutter, seine Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen.

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