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Berlin, Konzerthaus: WIENER PHILHARMONIKER | MUTI, 18.12.2018

Erstellt von Kaspar Sannemann | |   Bruckner 7. Sinfonie

Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Flöte und Orchester in G-Dur, KV 313 | Komponiert im Januar 1778 in Mannheim | Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 7 in E-Dur | Uraufführung: 30. Dezember 1884 in Leipzig | Dieses Konzert in Berlin: 18.12.2018

Kritik: folgt am 19.12. ab 12 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) hegte bekanntermassen eine gewisse Abneigung gegen die Flöte. So schrieb der 22jährige in einem Brief an seinen Vater: „ ... Dann bin ich auch, wie Sie wissen, gleich stuff, wenn ich immer für ein Instrument (das ich nicht leiden kann) schreiben muss.“

Trotzdem (und natürlich auch, weil im dafür 2000 Gulden versprochen worden waren) schrieb er für den Amateur De Jean zwei Flötenkonzerte und Kammermusik, wobei nur KV 313 original für die Flöte geschrieben wurde und KV 314 ein für die Flöte umgearbeitetes Oboenkonzert war. Aber den beiden Konzerten ist die Abneigung des Komponisten gegen das Instrument überhaupt nicht anzumerken, da zu war Mozart natürlich auch zu stolz, denn er wollte nicht einfach 0815 Gebrauchsmusik schreiben. An seinen Vater schrieb er: „ Hinschmieren könnte ich freylich den ganzen Tag fort, aber so eine Sach kommt in die Welt hinaus und da will ich halt, dass ich mich nicht schämen darf, wenn mein Name darauf steht.“ Für den langsamen Satz, das Adagio non troppo, schrieb er übrigens mit KV 315 eine Alternativversion.

Das Flötenkonzert in G-Dur ist von einer fröhlichen Grundstimmung geprägt. Munter werden die Melodien zwischen Soloinstrument und Orchester hin- und hergeworfen. Beseelt tritt das Adagio dazwischen, bevor dann im finalen Rondo auch ab und an Couplets in Moll aufscheinen, die dann aber schnell vom bejahenden G-Dur verdrängt werden.

Anton Bruckner (1824-1896) bekam seine verdiente Anerkennung als Komponist erst in seinen letzten Lebensjahren. Die siebte Sinfonie war die erste, welche zu seinen Lebzeiten einen durchschlagenden Erfolg erzielte und die bösen konservativen Kritiker um den scharfzüngigen Eduard Hanslick endlich etwas zum Verstummen brachte, obwohl Hanslick auch weiterhin über Bruckner lästerte. Bruckners Siebente gehört heute zu den am häufigsten aufgeführten Sinfonien des Meisters aus St.Florian. Nach der Uraufführung verbreitete sich dieses grandiose Werk bald in den musikalischen Zentren Europas und in Übersee. Die Beliebtheit dieser Sinfonie erklärt sich nicht aus ihrer Architektur, denn in ihren gigantischen Ausmassen unterscheidet sie sich kaum von Bruckners anderen Werken. Doch muten die Motive einprägsamer an, der Fluss ist kaum durch die von Bruckner so gern eingefügten Generalpausen unterbrochen, die Melodien erscheinen oft sehr hell, beinahe ätherisch und lieblich. Dadurch liegt sie nahe bei seiner vierten Sinfonie, der romantischen. Im Gegensatz zu seinen anderen Sinfonien liegt die siebente nur in einer Fassung vor.

Erwähnenswert ist insbesondere das wunderbare Adagio: Hier hat Bruckner seine Vorahnung des Todes seines Idols Richard Wagner in Töne gesetzt. Und tatsächlich erreichte ihn die Nachricht vom Tode Wagners mitten in der Komposition dieses Satzes. In der Coda mit ihren Tuben- und Hörnerklängen hat er dieses „Andenken an des Meisters Hinscheiden“ verarbeitet. Was Hanslick noch als „krankhafte Übersteigerung des Ausdrucks“ und als „unnatürlich und aufgeblasen“ bezeichnete, hören wir heute ganz anders: Der Brucknersche Klangkosmos mit seiner Intensität, seiner aufwallenden Ekstatik, seiner gewagten Harmonik, seiner weihevollen Feierlichkeit und den jubelnden und erhabenen Schlüssen löst in den Konzertsälen rund um die Welt stets Begeisterungsstürme aus.

Karten

Anton Bruckner (1824-1896)