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Zürich, Tonhalle: MAHLER 6; 11.11.2026

Erstellt von Kaspar Sannemann | | Mahler 6. Sinfonie

Tonhalle-Orchester Zürich, Paavo Järvi Bild: K. Sannemann

Fortsetzung des Mahler-Zyklus des Tonhalle-Orchesters Zürich unter Paavo Järvis Leitung

Gustav Mahler | Sinfonie Nr. 6 in a-Moll (Tragische)| Uraufführung: 27. Mai 1906 in Essen | Aufführungeb in Zürich: 11.11. | 12.11. und 13.11.2026

Kritik: erscheint am 12.11. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Werk:

Mahler komponierte seine viersätzige sechste Sinfonie (auch „Tragische“ genannt) während seiner Jahre als Hofoperndirektor in Wien. Der erste Satz beginnt mit einem stampfenden Rhythmus, der in einen Marsch übergeht. Dieses Motiv kehrt in allen vier Sätzen wieder, manchmal offensichtlicher, manchmal versteckter. Ein Nebenmotiv schwingt sich mit grosser Emphase empor, darin hat Mahler seiner Frau Alma einen Gedenkstein gesetzt. Wie oft bei Mahler dringt eine ländliche Idylle in den Satz, bevor er zum brachialen Marsch zurückkehrt. Ein zerklüftetes Scherzo schliesst sich bruchlos an den ersten Satz an. Der dritte Satz erst stellt den Ruhepunkt der Sinfonie dar, dieses Andante moderato entfaltet eine lyrische Grundstimmung. Erneut blitzt ein Ländlermotiv auf, auch Kuhglocken sind zu hören. Das Finale wiederum führt mit aufwühlenden Passagen in seelische Abgründe, Ängste, Vorahnungen. Mit rund 30 Minuten Spieldauer gehört er zu den längsten Sätzen in der Musikgeschichte der Sinfonien aller Meister. Tuttischläge schrecken auf, karikierende Marschthemen verzerren den Höreindruck. Mystisch klingende, dissonante Akkorde, jäh erstickende zusammenbrechende Passagen zeichnen diesen rätselhaften Satz aus, faszinieren und nehmen den Hörer mit auf eine hochspannende, abgründige Fahrt.

Die zu spielende Reihenfolge der Sätze ist umstritten: Mahler selbst hat bei den von ihm dirigierten Aufführungen jeweils das Andante an die zweite Stelle gesetzt und das Scherzo danach folgen lassen.  Alma Mahler hingegen propagierte die Reihenfolge Scherzo-Andante, was auch in Bezug auf die Tonarten Sinn macht.

Im Gegensatz zur fünften, wurde die sechste Sinfonie durchaus wohlwollend aufgenommen. Einzig der riesige Orchesterapparat sorgte ab und an für etwas Kritik. Sogar Richard Strauss (auch kein Kostverächter, was üppige Instrumentierung anbelangte ) sprach von einer „Überinstrumentierung“.

Alma Mahler bezeichnete die sechste Sinfonie ihres Gatten als sein persönlichstes Werk: „Kein Werk ist ihm so unmittelbar aus dem Herzen geflossen. Die Sechste ist sein allerpersönlichstes Werk und ein prophetisches obendrein.“

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