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Genf, Grand Théâtre: TUDOR TRILOGIE I, ANNA BOLENA; 26.06.2024

Erstellt von Kaspar Sannemann | | Anna Bolena

Copyright: Magali Dougados, mit freundlicher Genehmigung Grand Théâtre de Genève

Das Grand Théâtre in Genf präsentiert zwei Zyklen von Donizettis Tudor Trilogie mit Elsa Dreisig, Stéphanie D'Oustrac und Edgardo Rocha

ANNA BOLENA | Lyrische Tragödie in zwei Akten | Musik: Gaetano Donizetti | Libretto: Felice Romani | Uraufführung: 26. Dezember 1830 in Mailand| Aufführungen in Genf: 18.6. und 26.6.2024

Kritik: folgt am 27.6. ab 15 Uhr an dieser Stelle

Inhalt:

König Heinrich der VIII. von England liebt seine 2. Ehefrau Anne Boleyn nicht mehr. Er hat ein Auge auf die Hofdame seiner Gattin, Jane Seymour, geworfen. Anne ahnt zwar, dass ihr der König nicht mehr treu ist, kennt jedoch den Namen seiner Geliebten nicht. Einst gab sie ihren Geliebten, Lord Percy, auf, um an Heinrichs Seite Königin zu werden. Sie warnt Jane, sich nicht vom Glanz des Throns verführen zu lassen. Jane wird von Gewissensbissen gequält. Heinrich will sich Annes entledigen, um Jane ehelichen zu können: Dafür holt er Percy aus der Verbannung zurück, um seine Gattin so des Ehebruchs zu überführen. Annes Bruder Rochefort soll im Auftrag des Königs für ein heimliches Treffen Annes mit Percy sorgen. Der in Anne verknallte Page Smeton beobachtet das Treffen Annes mit Percy und überrascht die beiden, da er glaubt, Percy wolle seiner geliebten Königin zu nahe treten. Der König tritt just in diesem Moment dazu und lässt alle drei festnehmen, da bei Smeton auch noch ein Bild Annes gefunden wird.

Jane besucht Anne und rät ihr, sich schuldig zu bekennen. Da wird Anne klar, dass Jane ihre Rivalin ist. Doch ihre Wut wandelt sich schnell in Mitleid für Jane. Jane bricht zusammen. Vor dem Tribunal bekennt sich Smeton schuldig, auch Anne und Percy treten trotzig auf und bekennen sich ihrer Liebe zueinander. Trotz der Fürbitte Janes bleibt Heinrich hart und lässt Anne Boleyn zum Tode verurteilen. Im Kerker erinnert sie sich ihrer ersten grossen Liebe. Von Ferne vernimmt sie die Böllerschüsse, welche die Hochzeit des Königs mit Jane verkünden. Sie bittet Gott noch um Vergebung für das sündige Paar, dann werden die drei Verurteilten zum Henker geführt.

Werk:

Gaetano Donizetti (1797-1848) war zweifellos der fleissigste Komponist von Belcanto-Opern. Sein Oeuvre umfasst über 60 Opern. ANNA BOLENA ist seine dreissigste. Sie wurde in der selben Saison uraufgeführt wie Bellinis SONNAMBULA und die Hauptpartien wurden von den selben Interpreten verkörpert, Giuditta Pasta und Giovanni Rubini. Mit dieser Oper erzielte Donizetti seinen ersten nationalen und internationalen Erfolg. Zwar vermochte er noch immer nicht die langen, innigen Melodien eines Bellini zu schreiben, dafür war er seinem „Rivalen“ an dramatischer Ausdruckskraft überlegen, welche sich vor allem in den gekonnt angelegten Ensembles und Duetten niederschlägt. Wie damals üblich entnahm er für ANNA BOLENA einige Nummern oder Teile davon früheren Werken. Nach 1880 gerieten die Werke des Belcanto eher etwas in Vergessenheit, wurden als minderwertig abgestempelt. Erst die durch den Dirigenten Tullio Serafin an der Scala herausgebrachten Premieren (ANNA BOLENA z.B. mit Maria Callas als Interpretin und Luchino Visconti als Regisseur) führten zu einer Renaissance dieser Werke, welche bis heute anhält. In der Nachfolge der Callas profilierten sich u.a. Montserrat Caballé, Leyla Gencer, Renata Scotto, Joan Sutherland und Edita Gruberova in der Rolle von Donizettis Tudor-Königin.

Musikalische Höhepunkte:

Ella, di me, Giovanna, Akt I

Deh, non voler costringere, Smeton-Anna, Akt I

Io sentii sulla mia mano, Quintett, Akt I

Tace ognuno, Enrico, Anna, Smeton, Percy, Giovanna, Rochefort, Finale Akt I

Dio che mi vedi in cuore, Duett Anna-Giovanna, Akt II

Al dolce guidami castel natio, Anna Akt II

Karten

 

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