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Zürich, Opernhaus: LA DAMNATION DE FAUST; 14.05.2026

Erstellt von Kaspar Sannemann | | La Damnation de Faust

Opernhaus Zürich Bild: K. Sannemann

Konzertante Aufführung von Berlioz' meisterhafter Légende dramatique mit Saimir Pirgu, Stanislav Vorobyov und Elīna Garanča. Leitung: Yves Abel

Dramatische Legende in vier Teilen | Musik: Hector Berlioz | Libretto: Gérard de Nerval, Almire Gandonnière, Hector Berlioz | Uraufführung: 6. Dezember 1846 in Paris (konzertant) | Aufführungen in Zürich: 10.5. | 14.5. und 17.5.2026

Kritik: folgt am 15.5. ab 15 Uhr an dieser Stelle

Inhalt:

Faust erwacht in der Puszta-Landschaft Ungarns. Er preist den Frieden und die Einsamkeit und singt einen Hymnus auf den Frühling. Weder die fröhlichen Gesänge der Bauern noch der mitreissende Rakoczy-Marsch vermögen Faust aus seiner Schwermut zu reissen.

In seinem Arbeitszimmer führt Faust einen Giftbecher zum Mund. Das Ostergeläute erklingt, Engelsstimmen singen vom Auferstandenen. Faust ist seltsam berührt: „Die Erde hat mich wieder....“ Mephisto erscheint und führt ihn in Auerbachs Keller. Doch die drolligen Trinklieder der Studenten beeindrucken Faust nicht. Am Ufer der Elbe ruft Mephisto Luft- und Erdgeister herbei. Diese erschaffen für Faust ein bezwingendes Traumbild von überirdischer Schönheit und Kraft. Darin sieht Faust Margarethe. Mephisto führt ihn zu ihr. Faust verbirgt sich hinter einem Vorhang. Margarethe singt das Lied vom „König von Thule“. Mephisto ruft die Irrlichter herbei. Es folgt das grosse Liebesduett Faust-Margarethe, begleitet vom Spott Mephistos.

Den letzten Teil leitet die grosse Arie der von Faust verlassenen Margarethe D'amour l'ardente flamme ein, gefolgt von Fausts Anrufung an die Natur. Mephisto schildert Faust die bevorstehende Hinrichtung Margarethes. (Sie hat ihre Mutter umgebracht.) Falls Faust sich ihm komplett verschreibt, will Mephisto die Vollstreckung verhindern. Am Ende durchleben wir die aufwühlend-grandiose Höllenfahrt Fausts, kontrastiert von Engelsstimmen, welche Margarethe Erlösung verheissen.

Werk:

Hector Berlioz (1803-1869) wollte ursprünglich eine der damals üblichen Grand Opéras schaffen. Tatsächlich enthält seine Faust-Version alle dafür notwendigen Ingredienzen: Grosse Chöre, tableauartige Szenen, immenser Aufwand an orchestralen und vokalen Mitteln, vielfältige Schauplätze, tänzerische Intermezzi. Durch den Verzicht auf eine geschlossene, dramaturgisch durchgearbeitet aufgebaute Handlung entstanden jedoch nicht eine Oper im herkömmlichen Sinne, sondern bezwingend intensiv durchgestaltete, epische Einzelbilder, eine Art Kolossalgemälde, aufgeteilt in kontrastreiche, ungemein fortschrittlich und exzessiv instrumentierte musikalische Szenen mit hoch illustrativer Erzählkraft.

„Ich betrachte dieses Werk als eines der besten, die ich hervorgebracht habe ...“ , schrieb Berlioz in seinen Memoiren. Trotzdem führte die Uraufführung an der Opéra-Comique in Paris zu einem finanziellen Desaster für den Komponisten. Zu seinen Lebzeiten wurde das Werk (nach nur zwei Aufführungen) kaum gespielt. Erst 1893 folgte in Monte Carlo eine erste szenische Aufführung. Doch bis heute sind szenische Aufführungen von Berlioz' Werk (ganz im Gegensatz etwa zu Gounods FAUST oder Boitos MEFISTOFELE) selten geblieben.

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