Zürich, Tonhalle: IGOR LEVIT & PAAVO JÄRVI; 18.06.2026
Igor Levit spielt das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms
Johannes Brahms: 2. Klavierkonzert in B-Dur | Uraufführung: 9. November 1881 in Budapest |
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 «Frühlingssinfonie» | Uraufführung: 31. März 1841 in Leipzig unter der Leitung von Felix Mendelssohn-Bartholdy |
Dieses Konzert in Zürich: 17.6. | 18.6. und 19.6.2026
Kritik: folgt am 19.6. ab 13 Uhr an dieser Stelle
Werke:
Johannes Brahms (1833-1897) schrieb sein zweites Klavierkonzert in B-Dur über 20 Jahre nach seinem ersten Konzert für Klavier und Orchester (d-Moll). Das Konzert mit seinen vier Sätzen und einer Aufführungsdauer von ca. 50 Minuten gehört zu den längsten seiner Gattung und wird manchmal auch als "Sinfonie mit Klaviersolo" bezeichnet, was eigentlich nicht korrekt ist, da der Klavierpart äusserst virtuos und auch dominierend angelegt ist. Brahms selbst spielte am Klavier die Uraufführung und gastierte mit dem erfolgreichen Konzert in vielen europäischen Metropolen.
Brahms zeigt in diesem Konzert seine Meisterschaft der vielschichtigen thematischen Variation. Im dritten Satz verwendet Brahms eine Melodie, welche er später für das Lied "Immer leiser wird mein Schlummer" wieder verwendet hat und gibt sie zur Exposition dem Solocello. Der Finalsatz erinnert thematisch und in seinem Kolorit an eine ungarische Weise.
Robert Schumann (1810-1856) komponierte bis zu seinem 30. Lebensjahr nur für das Klavier. Doch dann kam der Durchbruch: Seine erste Sinfonie schuf er in ganz kurzer Zeit, skizzierte sie innert vier Tagen und bereits einen Monat später war er mit der Instrumentierung fertig. Die Uraufführung unter Mendelssohn-Bartholdy war überaus erfolgreich. Die Sinfonie widerspiegelt mit ihrem ungetrübten Charakter des Aufbruchs auch die glückliche persönliche Phase, in der sich Schumann damals befand. "Wir sind sehr glücklich miteinander", schrieb Schumann über das Zusammenleben mit seiner Frau Clara. Die thematische Anregung zu seinem ersten sinfonischen Werk erhielt Schumann durch eine Zeile eines Gedichts von Adolph Böttger ("Im Thale blüht der Frühling auf"). Er verwendete die folgenden Satzüberschriften: Frühlingsbeginn - Abend - Frohe Gespielen - Voller Frühling. Diese Überschriften liess er jedoch für die Stichvorlage der Partitur wieder entfernen.