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Kopenhagen, Koncerthuset: KAVAKOS & BACH | SAINT-SAËNS; 08.10.2026

Erstellt von Kaspar Sannemann | | Saint-Saëns, Sinfonie Nr. 3 Orgelsinfonie

Camille Saint-Saëns (1835-1921) Bild: gemeinfrei

Leonidas Kavakos leitet das DR Symfoniorkestret, Solist: Sheku Kanneh-Mason, Cello

Werke:

Johann Sebastian Bach: Sinfonia aus der Kantate Nr. 29, Wir danken dir, Gott | Uraufführung: 27. August 1731 in der Nikolaikirche Leipzig

Camille Saint-Saëns: Cellokonzert Nr. 1 | Uraufführung: 19. Januar 1873 in Paris, Solist war deer Widmungsträger des Konzerts, Auguste Tolbecque

Camille Saint-Saëns: Sinfonie Nr. 3 in c-Moll, op.78 | Uraufführung: 19. Mai 1886 in London

 

 

Kritik: folgt am 9.10. ab 20 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Johann Sebastian Bach (1685-1750) komponierte die Kantate Nr. 29 (Wir danken dir, Gott, wir danken dir) im Jahr 1731 zur Amtseinführung des neuen Stadtrates (Ratswchsel). Die festliche Ouvertüre darus ist zu einem beliebten Orchesterstück geworden und wird wegen ihres glanzvollen Charakters oft an den Anfang eines Sinfoniekonzerts gesetzt. 

Oft geht etwas vergessen, dass Charles Camille Saint-Saëns (1835-1921) nicht nur der Schöpfer des Carnaval des animaux und der Oper SAMSON ET DALILA war, sondern ein reichhaltiges Œuvre an Kammer- und Orchestermusik hinterlassen hat: Fünf Klavierkonzerte, mindestens drei Sinfonien, drei Celllokonzerte, mehrere Opern und geistliche Musik gehören dazu.

Seine letzte Sinfonie, die Franz Liszt gewidmet ist, trägt auch den Titel “Orgelsinfonie”, der allerdings nicht vom Komponisten stammt. Gemäss der Musiklehre von Berlioz war der Klang der Orgel nicht in den Klang des Orchesters integrierbar. Dieser These setzte sich der Organist von Saint-Sulpice, Charles-Marie Widor, entgegen. Saint-Saëns, der lange Jahre neben seiner Tätigkeit als Komponist und Lehrer auch Organist an der Madelaine-Kirche in Paris gewesen war, kannte das Instrument und dessen Möglichkeiten selbstredend ausgezeichnet und bewies mit seiner 3. Sinfonie sehr wohl, dass sich der Orgelklang nicht nur ins Orchester integrieren lässt, sondern die gesamte Stimmung unheimlich zu bereichern imstande ist. Die Sinfonie entstand als Auftragskomposition für die Londoner Philharmonic Society. Saint-Saëns schrieb an deren honorary secretary Francesco Berger: „Die Arbeit an der Symphonie ist in vollem Gange. Aber ich warne Sie: Es wird ungeheuerlich. […] Glücklicherweise gibt es keine Harfen. Unglücklicherweise wird sie schwer sein. Ich tue was ich kann, um die Schwierigkeiten abzumildern. […] Diese verteufelte Symphonie ist einen Halbton nach oben gerutscht; sie wollte nicht in h-Moll bleiben und steht jetzt in c-Moll. Es wird mir ein Fest sein, diese Symphonie zu dirigieren. Ob es für die anderen ein Fest sein wird, sie zu hören? That is the question. Sie haben es so gewollt, ich wasche meine Hände in Unschuld.“

Das Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 33 von Camille Saint-Saëns, komponiert im Jahr 1872, zählt zu den bedeutendsten und am häufigsten aufgeführten Werken der Violoncelloliteratur. Es zeichnet sich durch ungewöhnliche Form aus; das Konzert ist nämlich einsätzig komponiert, verzichtet also auf die traditionelle Dreisätzigkeit des Solokonzerts. Zwar sind drei vom Tempo her unterschiedliche Abschnitte durchaus erkennbar, doch motivisch sind diese Teile eng miteinander verflochte, so dass eben der Eindruck eines zyklisch aufgebauten Einzelsatzes entsteht. Ungewöhnlich ist auch der Beginn: Es gibt keine Introduktion des Orcheters, denn das Solocello stellt nach einem Akkord gleich das Hauptthema (triolenselig) vor. Die Gesamtdauer beträgt rund 19 Minuten. Das Konzert war von Beginn weg ein grosser Erfolg. Komponistenkollegen wie Rachmaninow oder Schostakowitsch bezeichneten es als mitunter das beste Konzert, das für Cello und Orchester geschrieben wurde, da gerade das Problem der Balance zwischen dicht gewobenem Orchestersatz und dem warm “singenden” Cello nahezu perfekt gelöst worden sei!

Karten

 

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