Aarhus, Teater: THE SOUND OF MUSIC; 16.05.2025
Das ikonische Kult-Musical wird zum ersten Mal in Aarhus szenisch gezeigt
Musik: Richard Rogers | Text: Oscar Hammerstein II | Uraufführung: 16.11.1959 in New York | Aufführungen in Aarhus: 1. Mai bis 14. Juni 2025
Kritik:
Mit “The Sound of Music er lyden af håb” übertitelt Michael Eigtved seinen interessanten Artikel im wunderschön gestalteten Programmheft des Aarhus Teater zum Meisterwerk des Erfolgsduos Rodgers & Hammerstein. Und tatsächlich hat auch diese Produktion bewiesen, dass die wahre und berührende Geschichte um die Salzburger Familie von Trapp und die Novizin Maria Reiner vor allem Kraft der Musik Hoffnung und Trost in düsteren Zeiten zu vermitteln vermag. Auch in dieser (wie alle übrigen restlos ausverkauften) Vorstellung spürte man, dass all diese wunderbaren Musiknummern direkt die Herzen der Zuschauer*innen erreichten, von Anfang an wurde jeder Song bejubelt und meist mitskandiert. Es war aber auch ein großartiges musikalisches Erlebnis, das von diesem fantastischen Ensemble mit eindringlicher Kraft und stupender Musikalität bewältigt wurde. Von Beginn weg mit der Eingangsszene Marias (The Sound of Music) und der quirligen Nonnen über My favorite Things und das unsterbliche Do Re Mi Marias mit den Trapp-Kindern zum grössten und berührendsten Hit des Musicals Climb Ev’ry Mountain steigerte sich die Begeisterung. Die Darsteller*innen gaben alles mit überwältigender Bühnenpräsenz und erfrischendem, natürlichem Gesang, der zudem perfekt ausgesteuert war: Amanda Friis Jürgensen war eine quicklebendige Novizin, zeigte ihre Lebenslust (und sehr viel Bein für eine angehende Nonne …) und sang mitreißend. Jacob Madsen Kvols stellte den erst militärisch steifen, dann zunehmend lockereren und sich mutig den Nazis entgegenstellenden Kapitän von Trapp hervorragend dar, seinen Song Edelweiss mit berührender Schlichtheit und Schönheit gestaltend. Maria Skuladottir verblüffte mit einem perfekt intonierten und restlos Gänsehaut erregenden Climb Ev'ry Mountain. Das fuhr so richtig ein und führte zu Jubelstürmen. Tief beeindruckend auch der reine Gesang und die immense Spielfreude der sieben Trappkinder: Clara Sophia Phillipson als Liesl (ihre unglückliche erste Liebe zum Hitler Verehrer Rolf - vortrefflich dargestellt von Oskar Salvar - rührte zu Tränen), aber auch Nor Thorn Kortered, Aleksander Zintchouk, Agnes Bille Veie, Hjalte Skov Lützhoft, Tessel Lauren Kroon und Sophia Viktoria Teves Kjellerup waren ganz grosse Klasse als restliche Kinder und bereiteten viel Freude und gute Stimmung. Dies gilt auch für den urkomisch agierenden Anders Baggesen als Max Dettweiler und Anne Vester Høyer als Elsa, beide für ihre entsprechenden Rollen ideal besetzt. Auch die übrigen Partien der Nonnen, der Diener im Hause Trapp und der übergriffigen, ideologisch verblendeten Nazis waren bestens besetzt.
Henrik Svenning leitete mit Verve ein ausgezeichnet spielendes Ensemble an Musiker*innen (zwei Violinen. Cello, Posaune. Trompete. Flöte, Bass. Schlagzeug und Keyboard). Die Inszenierung von Viktor Tjerneld ermöglichte im schlichten Bühnenbild von Franciska Zahle und den Kostümen (das Brautkleid Marias mit dem immensen, die gesamte Bühne einnehmendem Schleier wird unvergesslich bleiben) schnelle, effiziente Szenenwechsel.
Der Abend vermittelte genau das, was er sollte: DEN KLANG DER HOFFNUNG!
Werk:
THE SOUND OF MUSIC war die letzte gemeinsame Arbeit des Erfolgsduos Richard Rogers (Musik) und Oscar Hammerstein II (Text). Die beiden hatten mit ihren Musical-Schöpfungen unsterbliche Hits gelandet (u.a. OKLAHOMA, CAROUSEL, SOUTH PACIFIC und THE KING AND I). Einige dieser Musicals wurden überaus erfolgreich für die Leinwand adaptiert, so auch THE SOUND OF MUSIC (Regie: Robert Wise, mit Julie Andrews und Christopher Plummer).
Bereits die erste Serie an Aufführungen am Broadway erreichte knapp 1500 Aufführungen en suite, noch mehr waren es mit rund 2400 Aufführungen im Londoner Westend. In Deutschland hingegen kam das Musical unter dem Titel DIE TRAPP-FAMILIE erst ab 1982 auf die Bühnen.
Grundlage bildeten für Rodgers und Hammerstein die ERINNERUNGEN DER MARIA AUGUSTA TRAPP, sowie der darauf basierende deutsche Spielfilm DIE TRAPP-FAMILIE von Wolfgang Liebeneiner und mit Ruth Leuwerik als Maria, einer der erfolgreichsten deutschen Heimatfilme der 1950er Jahre.
Richard Rodgers wollte ursprünglich Original-Lieder der Trapp-Familie, die im amerikanischen Exil sehr berühmt geworden waren, in seine Partitur integrieren. Aus urheberrechtlichen Gründen war das nicht möglich, und so komponierte Rodgers alles neu.
Inhalt:
Die Novizin Maria wird zum kürzlich verwitweten Baron von Trapp gesandt, um die sieben Kinder des Barons zu beaufsichtigen, zu erziehen und zu bilden. Mit ihrer liebevollen Art erobert sie die Herzen der Kinder (und auch das des Barons) im Sturm. Es kommt zur Heirat mit dem Baron. Alles läuft perfekt, eine Idylle – bis zum Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland. Trotz erfolgreichen Auftritten der Trapp-Familie an den Festspielen in Salzburg, werden die Trapps von den Nazis gepiesakt wo es nur geht. Baron von Trapp (verdienstvoller Offizier im ersten Weltkrieg) weigert sich, in der deutsche Marine zu dienen und flieht mit seiner Familie in die Schweiz und von da aus nach Amerika, wo sie als Trapp Family Singers Erfolge feiern.
Musikalische Höhepunkte:
Maria
Do-Re-Mi
My favorite Things
The lonely Goatherd
Climb ev'ry Mountain
Something good
Edelweiss