oper-aktuell 

Willkommen in der Welt der Oper

Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien. Kommentare und eigene Eindrücke von BesucherInnen dieser Seite sind ausdrücklich erwünscht. Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche. 

Sehr erfreut bin ich auch über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der informativen Online-Plattform http://deropernfreund.de. Auch hier erhalten Sie vielschichtige und fundierte Empfehlungen für Besuche in der reichhaltigen Theaterlandschaft Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

St.Gallen: DER ZAUBERTRANK (LE VIN HERBÉ), 02.02.2018

Weltliches Oratorium | Musik: Frank Martin | Textquelle: „Roman de Tristan et Iseut“ von Joseph Bédier | Uraufführung: 28.3.1942 in Zürich (konzertant), 1948 in Salzburg (szenisch) | Aufführungen in St.Gallen (Lokremise): 2.2. | 6.2. | 7.2. | 11.2. | 14.2. | 16.2.2018

Frank Martin (1890-1974)

Kritik: folgt am 3.2. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Werk:

Der Schweizer Komponist Frank Martin (1890-1974) beschrieb seinen Kompositionsstil als 'style chromatique'. Aus Leitmotiven entwickelte er eine Klangsprache, welche auch über komplexe Schichtungen und Reihen hinweg doch eine atmosphärische Schlichtheit bewahrt und tonal grundiert bleibt. Ursprünglich entstand das Werk als etwa halbstündige Auftragskomposition für den Züricher Madrigalchor. Martin erweiterte das Oratorium ab 1940 zu einer abendfüllenden Fassung, indem er zwei weitere Kapitel aus dem Roman von Bédier sowie einen Prolog und einen chorischen Epilog hinzufügte. Textlich und musikalisch rückt Martin weit von Wagners schwülstiger und ausufernder Todessehnsucht und Verklärung ab, indem er in der schlichten, untheatralischen Erzählweise und der sparsamen, kammermusikalischen Komposition für ein zwölfstimmiges Vokalensemble (begleitet von sieben Streichern und Klavier) bewusst einen quasi madrigalen Gegenpunkt zu Wagners Musiksprache setzte. Die Singstimmen werden ganz im Stile von Debussys PÉLLEAS ET MÉLISANDE sehr nahe am Duktus der Sprache eingesetzt, ausdrucksstark rezitierend, mit wunderschön herausgearbeiteten, affektbetonten ariosen Aufschwüngen.


Inhalt:

Isolde wird von Tristan über das Meer nach Cornwall gebracht, wo sie König Marke ehelichen soll. Isoldes Mutter gibt der Begleiterin Brangäne einen Trank mit, sie soll diesen dem Paar in der Hochzeitsnacht kredenzen. Isolde hasst Tristan, da er ihren Verlobten Morold erschlug. Während eines Zwischenhalts bleiben Tristan und Isolde allein auf dem Schiff zurück. Ein Kind reicht ihnen aus Versehen Brangänens Trank. Brangäne warnt das Paar, dass es sich um einen Liebes- und Todestrank gehandelt habe. Tristan und Isolde verfallen einander in unermesslicher Liebe.

Isolde wird Markes Gemahlin. Dieser hat jedoch erfahren, dass seine Frau Tristan liebt. Tristan und Isolde flüchten in den Wald von Morois. Marke spürt die Flüchtigen auf, entdeckt aber, dass beide züchtig waren, denn Tristans Schwert liegt zwischen ihren Lagern. Als Beweis seiner Gnade tauscht Marke das Schwert aus und legt seines zwischen die Liebenden. Die beiden Liebenden sind von unterschiedlichen Gewissenbissen geplagt. Isolde kehrt an Markes Hof zurück.

Zwei Jahre später: Tristan ist ohne Nachricht von Isolde. Er nimmt das Angebot des Herzogs Hoel an, Isolde die Weisshändige (Achtung, nicht „seine“ Isolde!) zu ehelichen. Während eine Kampfes wird Tristan tödlich verwundet. Er sehnt sich danach, Isolde, die Blonde (die Richtige!) noch einmal zu sehen. Sein Freund Kaherdin solle alles in die Wege leiten für ein Wiedersehen und ein weisses Segel hissen, wenn Isolde nahe. Die andere Isolde hat das Gespräch belauscht. Isoldes Schiff naht, doch ein Sturm bringt es beinahe zum Kentern. Isolde wünscht, in den Armen Tristans zu sterben. Kahedrin hisst das weisse Segel, doch Isolde die Weisshändige berichtet Tristan, ein Schiff mit schwarzem Segel nahe. Tristan stirbt. Isolde die Blonde ist gelandet. Sie schickt die andere Isolde weg und stirbt an Tristans Seite.

Legende des Brombeerstrauchs: In der Nacht wuchs ein Brombeerstrauch aus Tristans Grab und senkte sich in Isoldes Grab. Dreimal wurde der Strauch geschnitten, immer wieder wuchs er von neuem ins Grab der Isolde. König Marke verbietet, den Strauch je wieder zu schneiden.

Epilog: Für alle, die lieben. Mögen sie darin Trost finden gegen alle Leiden der Liebe.

Karten

Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 02. Februar 2018 Gelesen: 19

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Kategorie: Le vin herbé