oper-aktuell 

Willkommen in der Welt der Oper

Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien. Kommentare und eigene Eindrücke von BesucherInnen dieser Seite sind ausdrücklich erwünscht. Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche. 

Sehr erfreut bin ich auch über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der informativen Online-Plattform http://deropernfreund.de. Auch hier erhalten Sie vielschichtige und fundierte Empfehlungen für Besuche in der reichhaltigen Theaterlandschaft Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Berlin, Philharmonie: ELGAR | VAUGHAN WILLIAMS, 11.12.2016

Edward Elgar: Konzert für Violoncello und Orchester in e-Moll, op. 85 | Uraufführung: 27.Oktober 1919 in London | Ralph Vaughan Williams: A London Symphony, Sinfonie Nr.2 in G-Dur | Uraufführung: 27. Mai 1914 in London | Dieses Konzert in Berlin: 11.12.2016 um 16 Uhr in der Philharmonie Berlin

Edward Elgar

Ralph Vaughan Williams

Kritik: erscheint am 12.12. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Edward Elgars (1857-1934) Cellokonzert stellt quasi seinen „Schwanengesang“ dar, es ist das letzte grössere Werk aus der Feder des Briten. Kurze Zeit nach der Uraufführung verstarb auch noch Elgars geliebte Frau Alice. Entstanden ist das Cellokonzert während der Nachwehen des Ersten Weltkriegs 1919. Zuvor hatte sich Elgar auch einer schmerzvollen Mandeloperation unterziehen müssen. Als er aus der Narkose aufwachte, bat er um Papier und Stift und notierte eine Melodie. Sie sollte später als erstes Thema in seinem Cellokonzert auftauchen. Das Werk hat einen elegischen, beinahe grüblerischen Grundton, der „herbstlich“ anmutet – ein letztes Aufschimmern einer Epoche symbolisiert, die nach dem Krieg für immer zu Ende war. Und mit dem Untergang dieser Epoche war auch ihr musikalischer Vertreter, Edward Elgar, nicht mehr so gefragt. Hinzu kam, dass die Uraufführung ein Desaster war (der Dirigent Albert Coates nahm fast die gesamte zur Verfügung stehende Probezeit für sich und Wagners „Waldweben“ in Anspruch, so dass für Elgar und sein Cellokonzert praktisch keine Zeit mehr blieb und Elgar nur aus Rücksicht auf den Solisten das Werk nicht zurückzog). Nichtsdestotrotz setzte sich dieses wunderbare Konzert schnell durch. Elgar selbst nahm es zusammen mit der Solistin Beatrice Harrison schon 1920 auf Schallplatte auf. Mittlerweile gehört es zum Standardrepertoire aller grossen Cellistinnen und Cellisten. Legendär wurden die Aufnahmen mit Jacqueline du Pré (Barbirolli und Barenboim) oder mit Julian Lloyd Webber (unter der Leitung von Yehudi Menhuin). Aber auch Casals, Tortellier, Yo-Yo Ma, Sol Gabetta und viele andere mehr spielten das Werk ein.

Ralph Vaughan Williams (1872-1958) war neben Elgar der zweite bedeutende Komponist Grossbritanniens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein erstes grosses Werk war die gewaltige Kantate A Sea Symphony, nach Texten von Walt Whitman komponiert. Vaughan Williams' Freund, George Butterworth, regte den Komponisten daraufhin an, eine rein orchestrale Sinfonie zu schreiben. So entstand zwischen 1912 und 1913 die Sinfonie Nr.2, welche der Komponist Butterworth widmete, der dann im Ersten Weltkrieg fiel. Zwar wollte Vaughan Williams das Werk als absolute Musik verstanden wissen, da darin jedoch unüberhörbar Klänge aus der Metropole London zu vernehmen sind (Glockenschlag von Westminster, Fliessen der Themse, Novemberstimmung am Bloomsbury Square), erhielt sie die Bezeichnung A London Symphony. Vaughan Williams präzisierte später, das Werk sollte eigentlich eher Symphony by a Londoner heissen. Über das düstere Ende des Finalsatzes erwähnte Vaughan Williams gegenüber einem seiner Schüler einmal, dass ihn dazu eine Passage aus H.G.Wells' TONO-BUNGAY inspiriert hätte: „England and Kingdom, ... glide abeam, astern, sink down upon the horizon, pass – pass. The river passes, London passes, England passes.“ Die Original-Partitur ging nach der Uraufführung auf postalischem Weg (zu Beginn des Weltkriegs) zum Dirigenten Fritz Busch nach Deutschland verloren. Der Komponist selbst rekonstruierte daraufhin eine Fassung aus den Instrumentalstimmen und revidierte diese mehrmals. Die letzte vorgenommene Fassung ist ca. 20 Minuten kürzer als die ursprüngliche von 1914.

Karten

Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 11. Dezember 2016 Gelesen: 30

Keywords: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Steffens Karl-Heinz, Brantelid Andreas, Elgar Edward, Cellokonzert, Vaughn Williams Ralph, A London Symphony


Kategorie: Vaughan Williams Sinfonie Nr. 2