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Willkommen in der Welt der Oper

Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien. Kommentare und eigene Eindrücke von BesucherInnen dieser Seite sind ausdrücklich erwünscht. Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche. 

Sehr erfreut bin ich auch über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der informativen Online-Plattform http://deropernfreund.de. Auch hier erhalten Sie vielschichtige und fundierte Empfehlungen für Besuche in der reichhaltigen Theaterlandschaft Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Zürich: OREST, 26.02.2017

Musiktheater in sechs Szenen | Musik: Manfred Trojahn | Text: vom Komponisten | Uraufführung: 8. Dezember 2011 | Aufführungen in Zürich: 26.2. (Schweizer Erstaufführung) | 2.3. | 7.3. | 10.3. | 12.3. | 19.3. | 24.3. 2017

Orest und die Rachegöttinnen

Kritik: folgt am 27.2. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Vorgeschichte: Der Fluch der Atriden

In Mykene lebten zwei königliche Brüder, Atreus und Thyestes. Thyestes schlief mit Atreus Gemahlin. Nach Entdeckung des Seitensprungs seiner Gemahlin setzte Atreus die aus der ausserehelichen Beziehung entsprungenen Söhne seiner Frau und seinem Bruder zum Frass vor und vertrieb Thyestes. Als Strafe verhängten die Götter dem Reich des Atreus eine Dürreperiode, die erst zu Ende ginge, wenn Atreus seinen Bruder zurückkehren liesse. Unterdessen hatte Thyestes aber mit seiner eigenen Tochter einen „Rächer“ gezeugt, den Aigisth, der unerkannt am Hofe des Atreus aufwuchs und eigentlich von Atreus dazu ausersehen war, den Thyestes nach dessen Rückkehr zu ermorden. Stattdessen erschlug Aigisth seinen Onkel Atreus.
Die Söhne des Atreus, Agamemnon und Menelaos, mussten bald darauf in den Trojanischen Krieg ziehen, um die Gattin des Menelaos, Helena, zu befreien. Um günstigen Wind für seine Flotte zu erhalten, opferte Agamemnon seine Tochter Iphigenie, zum Entsetzen seiner Gemahlin Klytämnestra. Aus Trauer, Wut und Rache über den (vermeintlichen) Opfertod ihrer Tochter gab sich Klytämnestra Agamemnons Erzfeind Aigisth hin. Nach Agamemnons Rückkehr aus Troja (mit der Seherin Cassandra) wurde dieser von seiner Frau und Aigisth im Bade ermordet. Elektra, die Tochter Agamemnons und Klytämnestras, schwor Rache. Ihr Bruder Orest wurde von ihr angefeuert, die Mutter und deren Liebhaber umzubringen.
Die Erinnyen (Rachegöttinnen) verfolgten den Muttermörder. Orest konnte sich vom Fluch, der auf seinem Geschlecht lag, nur durch einen Diebstahl, den er im Tempel von Tauris begehen sollte, befreien. Dort traf er auf seine tot geglaubte Schwester Iphigenie, die jeden ankommenden Fremdling ermorden musste. Noch rechtzeitig erkannte Iphigenie in dem Fremden ihren Bruder und gemeinsam gelang ihnen die glückliche Rückkehr nach Griechenland. Dort heiratete Orest Hermione, die Tochter seiner Tante Helena (Schwester von Orests Mutter Klytämnestra). Hermione aallerdings war zuerst mit dem Sohn des Achilles, Neoptolemos, verheiratet. Und dieser raubte holte sich seine Ex-Frau nach ihrer Heirat mit Orest zurück, woraufhin Orest den Neoptolemos verfolgte und in Delphi tötete. Orest wurde daraufhin Regent in Mykene, Argos und Sparta. Er starb im Alter von 90 Jahren in Arkadien durch den Biss einer Schlange.

Inhalt der Oper:

Die Oper von Manfred Trojahn nun kreist um den letzten Teil des Atridenfluchs. Orest quälen die Gewissenbisse (Ermordung seiner Mutter Klytämnestra), Stimmen der Opfer seiner Blutspur suchen ihn als psychische Dämonen heim. Von seiner Schwester Elektra aufgestachelt soll er nun auch noch Helena töten, die Schwester seiner Mutter. Doch die Begegnung mit Hermione (Helenas Tochter) und der Blick aus ihren unschuldigen Augen lösen eine Katharsis aus: Orest spürt, dass er dem Kreislauf aus Rache und Morden und erneuter Rache ein Ende setzen muss und nicht mehr fremdbestimmt agieren darf, sondern sich seiner Schuld stellen muss. Die Liebe als Katalysator der Selbsterkenntnis - ob dies erfolgreich sein wird, lässt Trojahn offen.

Spieldauer: knapp 90 Minuten

Karten

Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 26. Februar 2017 Gelesen: 153

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Kategorie: Orest (Trojahn)