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Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien. Kommentare und eigene Eindrücke von BesucherInnen dieser Seite sind ausdrücklich erwünscht. Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche. 

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Berlin, Philharmonie: HENZE | BRUCKNER 7. SINFONIE, 08.09.2016

Hans Werner Henze: Il Vitalino raddoppiato | Chaconne für Solovioline und Kammerorchester | Uraufführung: 2. August 1978 in Salzburg | Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 7 in E-Dur | Uraufführung: 30. Dezember 1884 in Leipzig | Dieses Konzert in Berlin: 7.9. (Konzerthaus) | 8.9.2016 (Philharmonie)

Anton Bruckner

Kritik: erscheint am 9.9. ab 14 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Hans Werner Henze (1926-2012) gehört zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein eklektizistischer Kompositionsstil war stets sehr vielseitig, er hat sich nie einer bestimmten Richtung oder gar Doktrin angeschlossen. Er hat sich der Tradition nicht verweigert, sie jedoch spielerisch und manchmal auch ironisierend in seine Werke einfliessen lassen. Neben bedeutenden Opern (Boulevard Solitude, We come to the river, Der junge Lord, Die englische Katze, Die Bassariden, König Hirsch, Der Prinz von Homburg) komponierte er auch zehn Sinfonien, Werke für Orchester und Soloinstrument und Kammermusik. Die dem Geiger Gidon Kremer gewidmete Chaconne IL VITALINO RADDOPPIATO ist in der Art der „Doubles“ des Settecento komponiert und fusst auf der Ciaccona von Tommaso Vitali (1663-1745).

Anton Bruckner (1824-1896) bekam seine verdiente Anerkennung als Komponist erst in seinen letzten Lebensjahren. Die siebte Sinfonie war die erste, welche zu seinen Lebzeiten einen durchschlagenden Erfolg erzielte und die bösen konservativen Kritiker um den scharfzüngigen Eduard Hanslick endlich etwas zum Verstummen brachte, obwohl Hanslick auch weiterhin über Bruckner lästerte. Bruckners Siebente gehört heute zu den am häufigsten aufgeführten Sinfonien des Meisters aus St.Florian. Nach der Uraufführung verbreitete sich dieses grandiose Werk bald in den musikalischen Zentren Europas und in Übersee. Die Beliebtheit dieser Sinfonie erklärt sich nicht aus ihrer Architektur, denn in ihren gigantischen Ausmassen unterscheidet sie sich kaum von Bruckners anderen Werken. Doch muten die Motive einprägsamer an, der Fluss ist kaum durch die von Bruckner so gern eingefügten Generalpausen unterbrochen, die Melodien erscheinen oft sehr hell, beinahe ätherisch und lieblich. Dadurch liegt sie nahe bei seiner vierten Sinfonie, der romantischen. Im Gegensatz zu seinen anderen Sinfonien liegt die siebente nur in einer Fassung vor.

Erwähnenswert ist insbesondere das wunderbare Adagio: Hier hat Bruckner seine Vorahnung des Todes seines Idols, Richard Wagner, vorausgeahnt. Und tatsächlich erreichte ihn die Nachricht vom Tode Wagners mitten in der Komposition dieses Satzes. In der Coda mit ihren Tuben- und Hörnerklängen hat er dieses „Andenken an des Meisters Hinscheiden“ verarbeitet. Was Hanslick noch als „krankhafte Übersteigerung des Ausdrucks“ und als „unnatürlich und aufgeblasen“ bezeichnete, hören wir heute ganz anders: Der Brucknersche Klangkosmos mit seiner Intensität, seiner aufwallenden Ekstatik, seiner gewagten Harmonik, seiner weihevollen Feierlichkeit und den jubelnden und erhabenen Schlüssen löst in den Konzertsälen rund um die Welt stets Begeisterungsstürme aus.

Karten

Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 08. September 2016 Gelesen: 38

Keywords: Bruckner 7. Sinfonie, Henze Hans Werner, Il vitalino raddoppiato, Fischer Ivan, Fischer Julia, Konzerthausorchester | Berlin


Kategorie: Bruckner 7. Sinfonie