Thomas Langhoff gestorben
Thomas Langhoff hätte im Sommer in Zürich Mozarts ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL inszenieren sollen. Nun ist der grosse Theatermann leider mit 73 Jahren gestorben.
Am Tag seines Todes spielte das Berliner Ensemble seine Inszenierung von Tschechows KIRSCHGARTEN. Ein Stück aus dem großen Klassiker-Repertoire von Thomas Langhoff. Am Samstag starb der Meister der Klassiker im Alter von 73 Jahren in Berlin. Und die von Claus Peymann geleitete Bühne zitierte in ihrer Würdigung diesen Satz aus dem letzten Akt des Tschechow-Stücks: "Mach's gut, mein altes Leben. Sei gegrüßt, mein neues Leben."
Langhoffs Metier waren die großen Klassiker. Wer eine seiner Theaterinszenierungen besuchte, der konnte stets sicher sein, das gezeigte Werk auch wiederzuerkennen. Anders als viele seiner Kollegen näherte sich Langhoff den Werken alter Meister nämlich nicht mit dem Regie-Brecheisen, sondern einfühlsam und respektvoll.
Statt mit unbedingtem Willen zur Neuinterpretation und gnadenloser Dekonstruktion begegnete Langhoff den Texten von Shakespeare über Strindberg bis Thomas Bernhard mit feingeistigem Intellekt. Dabei ließ sich Langhoff ganz ein auf die Fähigkeiten und Eigenheiten seiner Schauspieler. Kritiker nannten Langhoffs behutsamen Umgang mit den Theaterstücken oft altmodisch. Das Publikum aber mochte seine Inszenierungen, die die alten Werke für die Gegenwart neu erzählten.
Kind einer Theaterfamilie
Der 1938 im Exil seiner Eltern in Zürich geborene Theatermacher stammte aus einer der letzten großen Theaterfamilien Deutschlands. Bereits sein Vater Wolfgang, in der DDR eine künstlerische und moralische Autorität, war in den Jahren 1946 bis 1963 Direktor des Deutschen Theaters. Den in Paris lebenden und arbeitenden Bruder Matthias Langhoff zog es ebenso zum Theater wie dessen Tochter Anna und Thomas Langhoffs Söhne Tobias und Lukas.
Dem Erbe seines Vater blieb Langhoff bis zuletzt verpflichtet: Theater soll menschliche Werte vermitteln. "Kunst kann gar nicht existieren, wenn sie sich - und uns - nicht ab und zu sehr klar macht, dass es Unrecht auf der Welt gibt", sagte er in seiner Biografie "Spielzeit Lebenszeit". "Aber wir bleiben auch als Mahner doch zuvörderst Spieler, vergessen wir das bitte nie." Dass das Leben auch ein Spiel ist, zeigte sich in Langhoffs Leidenschaft für den Fußball: Eine Theaterpremiere wollte er auf keinen Fall auf einen Tag legen, an dem ein wichtiges Fußballspiel lief.
Als schmerzlicher, aber wirkungsvoller Befreiungsschlag konnte Langhoffs unfreiwilliger Abgang als Intendant des Deutschen Theaters Berlin (DT) im Jahr 2001 gelten. Langhoff war tief getroffen, als der damalige Berliner CDU-Kultursenator Peter Radunski ihm seinen Vertrag nicht verlängerte. Nach zehn Jahren Intendanz musste er gehen. Das traditionsreiche, aber verschuldete Deutsche Theater im Ostteil der Hauptstadt müsse grundlegend erneuert werden, hieß es damals zur Begründung. Nach Langhoff folgte Bernd Wilms als Intendant, 2009 kam dann Ulrich Khuon vom Hamburger Thalia Theater ans DT.
Versteckte Gesellschaftskritik an der DDR
Langhoff arbeitete seit seinem "Weggang" als freier Regisseur. "Das Gefühl der Freiheit war wunderbar. Man kann sich wieder auf das konzentrieren, was man gerne macht: Kunst. Und man muss sich nicht mehr um die ganzen furchtbaren organisatorischen und ökonomischen Dinge kümmern", sagte Langhoff damals im Rückblick. Dabei hatte sich der Theatermacher, der erst im Schatten des berühmten Vaters und des erfolgreichen Bruders stand, lange gar nicht ans Theater gewagt. Nach seiner Ausbildung an der Theaterhochschule Leipzig war Langhoff in den 70er Jahren zunächst Schauspieler und Regisseur beim DDR-Fernsehen.
Mit Inszenierungen von Tschechow, Shakespeare, Kleist und Hauptmann feierte er schließlich am Deutschen Theater und am Maxim- Gorki-Theater in Berlin Erfolge. Seit 1980 reiste Langhoff immer wieder zu Gastinszenierungen nach Westdeutschland und rückte auch dort in die Riege der ersten Regisseure auf. In der DDR machte Langhoff mit der in seinen Inszenierungen versteckten Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen auf sich aufmerksam. Aufsehen erregte 1988 seine Inszenierung von Volker Brauns Stück "Übergangsgesellschaft" am Maxim-Gorki-Theater, das auf der Bühne das Ende der DDR vorwegnahm. (DPA)
Cecila Bartoli erhält Karajan Musikpreis

- copyright: Opernhaus Zürich, Suzanne Schwiertz
Cecilia Bartoli erhält den Herbert von Karajan Musikpreis 2012 |
Der Herbert von Karajan Musikpreis geht in diesem Jahr an die italienische Opernsängerin Cecilia Bartoli. Er wird im Rahmen eines Galakonzertes am 30. November 2012 im Festspielhaus Baden-Baden verliehen. “Wir würdigen mit dieser Auszeichnung die herausragende Künstlerpersönlichkeit Cecilia Bartoli und ihr stetiges Bemühen um die Wiederentdeckung vergessener Schätze der Musikgeschichte. Cecilia Bartoli nutzt ihre große Popularität, um heutzutage vernachlässigte Kapitel der klassischen Musik wieder einem großen Publikum bekannt zu machen und gleichzeitig der klassischen Musik generell in der Gesellschaft eine starke Stimme zu geben”, sagte der Kuratoriums-Vorsitzende Dr. Clemens Börsig. |
Marthaler statt Langhoff für ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL in Zürich
Adrian Marthaler übernimmt Regie von „Die Entführung aus dem Serail“
Aufgrund einer Erkrankung von Thomas Langhoff, hat sich Adrian Marthaler dankenswerterweise bereit erklärt, die Regie der Neuproduktion „Die Entführung aus dem Serail“ zu übernehmen. Das Bühnenbild übernimmt Jörg Zielinski.
Adrian Marthaler inszenierte in der letzten Spielzeit die sehr erfolgreiche Produktion von „Guillaume Tell“, welche am 1. April 2012 am Opernhaus Zürich wiederaufgenommen wird.
„Die Entführung aus dem Serail“
Premiere am Samstag, 26. Mai 2012
Weitere Vorstellungen: 28./30. Mai, 2./14./27./29. Juni und 7. Juli 2012
Musikalische Leitung Adam Fischer Inszenierung Adrian Marthaler Bühnenbild Jörg Zielinski Kostüme Florence von Gerkan Lichtgestaltung Hans-Rodolf Kunz Choreinstudierung Jürg Hämmerli
Konstanze Malin Hartelius Blonde Rebeca Olvera Bassa Selim Michael Maertens Belmonte Javier Camarena Pedrillo Michael Laurenz Osmin Alfred Muff
(Medienmitteilung Opernhaus Zürich)
Zürcher Festspiele 2012
Zürcher Festspiele `Wandern – Wege und Irrwege´
Die Zürcher Festspiele 2012 laden zu einem spartenübergreifenden Programm ein, das unter dem Thema `Wandern – Wege und Irrwege´ inhaltliche Schwerpunkte setzt. Der Zürcher Festspielpreis wird Heinz Spoerli, dem langjährigen Direktor und Chefchoreo-grafen des Zürcher Balletts, verliehen.
Vom 15. Juni bis 8. Juli 2012 laden die Zürcher Festspiele dazu ein, in über 100 Veranstaltungen das vielfältige und inhaltsreiche Programm verschiedenster Zürcher Kulturinstitutionen zu erleben. Hierbei kommt ein gemeinsames Thema zum Tragen, das inhaltliche Bezüge zwischen den Programmbeiträgen herstellt und die Zürcher Festspiele zu einem Forum der `Begegnung der Künste´ werden lässt.
Eröffnet werden die Zürcher Festspiele mit einem eigens kreierten Abend für und mit Heinz Spoerli, in dessen Rahmen dem langjährigen Direktor und Chefchoreografen des Zürcher Balletts der von der Bär-Kaelin Stiftung begründete Zürcher Festspielpreis 2012 übergeben wird. Das Theaterhaus Gessnerallee lädt zu einem grossen Eröffnungsfest auf dem ganzen Gelände ein, bei dem zusätzlich zur Langzeitperformance And on the Thousandth Night der britischen Performancegruppe Forced Entertainment begehbare Installationen das Programm für wandernde Festspielbesucher bereichern.
Weitere Höhepunkte sind die Festspielpremiere von Paul Hindemiths Mathis der Maler im Opernhaus Zürich mit Thomas Hampson in der Titelrolle. Das Schauspielhaus Zürich feiert seine Festspielpremiere mit Ödön von Horváths Glaube Liebe Hoffnung in einer Neuinszenierung von Christoph Marthaler. In der Tonhalle erklingen die Lieder eines fahrenden Gesellen in der Bearbeitung von Arnold Schönberg und der der Schweiz gewidmete Part aus Liszts Années de Pèlerinages. An einem Wochenende sind sowohl die Schöne Müllerin als auch die Winterreise von Franz Schubert zu hören. Richard Wagner, dem Wanderer, ist ein Konzert mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von David Zinman gewidmet.
Für die Festspielinszenierung Ein Sommernachtstraum begeben sich im Theater Neumarkt Shakespeares Protagonisten sowie echte Handwerker aus dem Zürcher Niederdorf auf nächtliche Wege und Irrwege. Die vielschichtigen Seelenwanderungen Robert Walsers können gleich zweimal mitgegangen werden – auf einer Wanderung mit der Zürcher Theatergruppe 400asa, veranstaltet vom Theaterhaus Gessnerallee, und bei Carl Seeligs Wanderungen mit Robert Walser, gelesen von Bruno Ganz im Theater Rigiblick. Die Festspielpremiere Bummel durch Europa, gespielt von Daniel Rohr und Daniel Fueter, bringt Mark Twains Reiseerlebnisse auf die Bühne. Die Veranstaltungsreihe Ulysses an der Limmat: Stationen einer Odyssee bietet – im Rahmen von einem Literaturgespräch und vier Lesungen – die Gelegenheit, den Protagonisten aus James Joyces Ulysses auf seinen Spaziergängen durch die Stadt zu begleiten.
Im Kunsthaus werden mit der Ausstellung Deftig Barock – Von Cattelan bis Zurbarán bedeutende Werke gezeigt, die die Kunst des Barock in ihrer Direktheit und Lebensnähe darstellen. Das Museum Rietberg eröffnet seine Ausstellung Die Schönheit des Augenblicks zu Frauen im japanischen Holzdruck mit dem Sternenfest Tanabata.
Das Zürcher Festspiel-Symposium widmet sich, anlässlich des 200. Geburtstages der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich, dem Thema der bürgerlichen Musikgesellschaften und lädt unter dem Titel Zwischen Tempel und Verein – Musik und Bürgertum im 19. Jahrhundert hochkarätige Wissenschaftler nach Zürich ein. Die Zentralbibliothek Zürich beschäftigt sich mit der Geschichte der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich in einer umfassenden Ausstellung.
Neben einer thematischen Fokussierung des Programms fördern die Zürcher Festspiele einen breiteren Zugang des Publikums zur Kunst und laden – bei freiem Eintritt – zu den traditionellen Open-Airs auf den Münsterhof ein sowie zu einer Revue des Internationalen Opernstudios im Centralhof. Der Meet the Artist Day ermöglicht Begegnungen mit den an den Festspielen beteiligten Künstlern Christoph Prégardien, Juergen Teller und Thomas Langhoff. (Medienmitteilung)
Rita Gorr gestorben

Am 22. Januar ist die belgische Sängerin Rita Gorr im Alter von knapp 86 Jahren in Spanien gestorben. Die Mezzosopranistin zählte zu den Stützen der Pariser Oper. Sie brillierte u.a. als Dalila, Amnéris, Carmen, Charlotte, Eboli, Venus. In Bayreuth sang sie Ortrud und Fricka. Gerüchte, wonach Régine Créspin gegen Gorr anlässlich einer geplanten Aufführungsserie von DIALOGUES DES CARMÉLITES intrigiert haben sollte, hielten sich lange, wurden aber von den Beteiligten dementiert.
Noch 2007 trat Rita Gorr in Gent und Antwerpen in PIQUE DAME auf.
Neue Auflagen für den Betrieb der Zürcher Oper
Der Kanton Zürich nimmt mehr Einfluss auf das Opernhaus-Programm als bisher. Auch soll die Kostenkontrolle verbessert werden.
Die neue Leistungsvereinbarung legt unter anderem die genaue Anzahl der Opern- und Ballettaufführungen, der Neuinszenierungen und der zeitgenössischen Opern fest.
Der Kanton verpflichtet sich seinerseits, den Betrieb und allfällige Bauvorhaben des Opernhauses mitzufinanzieren, wie der Regierungsrat am Freitag mitteilte. Dies tat er schon bisher. Im laufenden Jahr beträgt der Staatsbeitrag 80,8 Millionen Franken, wie Benjamin Tommer, Kommunikationsbeauftragter der Direktion der Justiz und des Innern, zur sda sagte.
Eine zeitgenössische Oper pro Spielzeit
Schon bisher galten gewisse Vereinbarungen zwischen Opernhaus und Kanton. Die Leistungsvereinbarung hält sie neu präziser und verbindlicher fest. So pflegt das Opernhaus nicht mehr generell die zeitgenössische Musik, sondern führt explizit mindestens eine zeitgenössische Oper pro Spielzeit auf. Zudem hat sie alle zwei Jahre einen Kompositionsauftrag für eine Oper oder eine Kinderoper zu erteilen.
Pro Saison beschränkt die Leistungsvereinbarung die Zahl der Neuproduktionen auf 10 bis 14. Bisher waren es 16 oder 17, wie der kaufmännische Opernhausdirektor Otto Grosskopf sagte. Dies habe «teils grosse Belastungen» mit sich gebracht. Zudem ergab eine 2008 im Auftrag des Kantons erstellte Studie, dass das Publikum mehr Wiederaufnahmen wünscht. Die Reduktion macht laut Grosskopf Sinn.
Kontingent günstiger Tickets
Damit nicht nur Gutbetuchte Aufführungen im Opernhaus besuchen können, hält die Leistungsvereinbarung fest, dass pro Saison mindestens 30'000 Tickets zu 15 bis 75 Franken verkauft werden. Laut Grosskopf müssen mindestens 20 Volksvorstellungen angeboten werden. Die übrigen günstigen Karten werden kurzfristig für normale Vorstellungen verkauft.
In die Erarbeitung der Leistungsvereinbarung wurde laut Grosskopf auch der neue Intendant des Opernhauses, Andreas Homoki, einbezogen. Es ist die erste derartige Leistungsvereinbarung zwischen Opernhaus und Kanton, wie es in der Mitteilung heisst. Der bisherige Subventionsvertrag regelte die Angelegenheiten nur in groben Zügen.
Alljährliche Kostenüberprüfung
Hintergrund der Neuerung war der Anspruch des Kantonsparlamentes, beim Opernhaus mehr mitreden zu können. Der Kantonsrat stimmte im Februar 2010 dem revidierten Opernhausgesetz und im März 2011 dem Grundlagenvertrag zu. Neu legt das Parlament jedes Jahr fest, wie viel Geld das Opernhaus vom Kanton erhält. Bisher sprach der Kantonsrat jeweils mehrjährige Rahmenkredite.
(sda)
Sena Jurinac gestorben
Nur einen Monat nach ihrem 90. Geburtstag ist Kammersängerin Sena Jurinac nach schwerer Krankheit in Augsburg verstorben. Das melden die Freunde der Wiener Staatsoper, deren erstes Ehrenmitglied sie war.
Sena Jurinac
Sena (eigentlich Srebenka) Jurinac wurde am 24. Oktober 1921 in Travnik (Bosnien) als Tochter eines Arztes geboren, ihre Mutter war Wienerin. Nach der Schule besuchte sie die Musikakademie in Zagreb, wo Milka Kostrencic einen wesentlichen Anteil an ihrer Stimmausbildung hatte. An die Wiener Staatsoper engagiert wurde Jurinac 1944 von Karl Böhm, nachdem sie zwei Jahre zuvor an der Zagreber Oper erstmals auf der Bühne gestanden war.
Ihr Wien-Debüt gab Jurinac am 1. Mai 1945 an der Volksoper als Cherubino in Mozarts "Hochzeit des Figaro". Seither gehörte "die Jurinac" der Wiener Staatsoper an, deren Ehrenmitglied sie bis zuletzt war. Ihr leuchtend warmer lyrischer Sopran und ihre sensible Rollengestaltung machten sie in den 1940er und 1950er Jahren zu einer der berühmtesten Exponentinnen des Wiener Mozart-Ensembles.
Noch in den 1980er Jahren trat Jurinac in Wien als Marschallin und als Küsterin in "Jenufa" auf. Die als Mozart- und Strauß-Interpretin gerühmte Künstlerin war auch als Lied- und Oratoriensängerin erfolgreich. Es gibt zahlreiche Aufnahmen auf Schallplatte und CD und auch eine Reihe von Filmen.
1982 nahm Jurinac, die in erster Ehe mit dem italienischen Bariton Sesto Bruscantini verheiratet war, Abschied von der Bühne.
<http://oe1.orf.at/artikel/291402>
POLIUTO in Zürich: Ohne Vittorio Grigolo
Anstelle von Vittorio Grigolo wird Massimiliano Pisapia in allen Vorstellungen von Donizettis POLIUTO singen. Premiere wird am 6. Mai 2012 sein.
Massimiliano Pisapia stammt aus Turin. Er studierte u.a. bei Franco Corelli und war 2001 Gewinner des Giulietta-Simionato-Wettbewerbs und des Tito-Gobbi-Wettbewerbs. Er debütierte als Pinkerton («Madama Butterfly») in Pavia, Brescia, Como und Mantova. Internationale Aufmerksamkeit erzielte er als Riccardo («Un ballo in maschera») unter Riccardo Chailly an der Oper Leipzig. In der Folgezeit gastierte er u.a. an der Mailänder Scala, an den Opernhäusern von Zürich, München, Hamburg, Buenos Aires, Florenz, Genua, Turin, Palermo, Triest und Parma, in der Arena di Verona und beim Puccini-Festival in Torre del Lago. Im Repertoire von Massimiliano Pisapia finden sich die grossen Tenorpartien in «Madama Butterfly», «Rigoletto», «Les Contes d’Hoffmann, «Macbeth», «Simon Boccanegra», «La Bohème», «I Lombardi», «Roberto Devereux», «L’elisir d’amore, «Gianni Schicchi», «La Traviata» und «Lucia di Lammermoor». Zu den Erfolgen der jüngsten Zeit gehören «Madama Butterfly» in Palermo, Hamburg, Rom, Verona und Torre del Lago, «Un ballo in maschera» an der Wiener Staatsoper, in Hamburg und Düsseldorf, «La Bohème» in Cagliari, «Simon Boccanegra» in Wien und Zürich «Luisa Miller» in Turin, «I masnadieri» in Las Palmas und «Roberto Devereux» in Rom. Zukünftige Engagements umfassen «Madama Butterfly» in Turin und München, «Luisa Miller» in München, «Aida» am Liceu Barcelona und in München
sowie «La Bohème» und «Lucia di Lammermoor» an der Hamburgischen Staatsoper. (Quelle: Opernhaus Zürich)
Preise für Theater Biel-Solothurn
Das Theater Biel Solothurn hat am Internationalen Opernfestival „Armel Opera Festival and Competition“ im ungarischen Szeged zwei Preise gewonnen. Die 25-jährige portugiesische Sopranistin Raquel Camarinha wurde mit dem mit 10’000 Euro dotierten Grossen Preis als beste Sängerin des Opernwettbewerbs ausgezeichnet.
Raquel Camarinha singt die Rolle der Ermione in der Oper „Antigona“ von Josef Myslivecek, mit welcher das Theater Biel Solothurn am Finale des Opernfestivals im ungarischen Nationaltheater in Szeged teilgenommen hatte. Das zehntägige Festival ist am Wochenende mit einer Gala und der Preisverleihung zu Ende gegangen.
Zudem ist das Theater Biel Solothurn mit dem von Fernsehsender ARTE France gestifteten Publikumspreis des Festivals ausgezeichnet worden. Die fünf Opernproduktionen, welche im Finale des Festivals standen, wurden von ARTE aufgezeichnet und sind online zu sehen (http://liveweb.arte.tv/de/video/Antigona_beim_Wettbewerb_der_Armel_Oper/).
Zum Finale eingeladen waren neben Biel Solothurn (Schweiz) die Oper Krakau (Polen) mit Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“, die Oper Pilsen (Tschechien) mit Giuseppe Verdis „Rigoletto“, das Center for Contemporary Opera in New York (USA) mit der Uraufführung von Michael Dellairas „The Secret Agent“ sowie die Oper Szeged (Ungarn) mit Riccardo Zandonais „Francesca da Rimini“.
Das Opernfestival „Armel Opera Festival and Competition“ fand von 6. bis 15. Oktober zum vierten Mal statt. Die Jury bewertete nicht nur stimmliche Qualitäten und Gesangstechnik der Finalisten, sondern auch Bühnenpräsenz, Ausstrahlung und schauspielerische Begabung.
Die 1773 entstandene „Antigona“ des Mozart-Zeitgenossen Josef Myslivecek (1737-1781) kam am 10. September 2011 in einer Inszenierung von Andreas Rosar am Stadttheater Biel zur Schweizer Erstaufführung. „Antigona“ ist noch bis Mitte Januar am Stadttheater Biel und bis Ende Dezember im Stadttheater Solothurn zu sehen.
(Medienmitteilung Theater Biel-Solothurn)
Seiffert muss Zürcher OTELLO absagen
Nachtrag: Peter Seiffert hat nun sämtliche OTELLO Vorstellungen in Zürich abgesagt. José Cura übernimmt alle Termine bis auf einen im Juni 2012. Da wird noch ein Sänger für die Titelpartie gesucht.
Peter Seiffert, der am 20.Oktober 2011 in der Neuproduktion von „Otello“ erstmals die Titelrolle hätte singen sollen, hat eine schwere Bronchitis, die ihn daran hindert, während den nächsten 8 bis 10 Tagen zu singen und an den Proben teilzunehmen, die er natürlich für dieses Debüt benötigt hätte. Peter Seiffert kann erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Produktion einsteigen.
An dieser Stelle sind wir ausserordentlich glücklich und dankbar, dass José Cura, der zweifellos einer der zur Zeit bedeutendsten „Otellos“ der Opernwelt ist, sich aus grosser Verbundenheit mit dem Opernhaus Zürich bereit erklärt hat, in der Premiere und den fünf Folgevorstellungen die Titelrolle zu singen.
(Medienmitteilung Opernhaus Zürich)
Philipp Jordan folgt auf Luisi in Wien
Der 36-jährige Schweizer Philippe Jordan wird der neue Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Er folgt in der Saison 2014/15 Fabio Luisi nach. Das gaben am Mittwochabend Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Symphoniker-Präsident Rudolf Streicher und Geschäftsführer Johannes Neubert bekannt.
rotz seines jugendlichen Alters hat der in Zürich geborene Jordan bereits Chefpositionen in Ulm, Berlin, Graz und Paris ausgefüllt. Er hat die Berliner Philharmoniker ebenso dirigiert wie die Wiener, stand in der New Yorker Met ebenso auf dem Podium wie in der Londoner Royal Opera und bei den Salzburger Festspielen.
Philippe Jordan wurde am 18. Oktober 1974 in Zürich geboren. Sein Vater Armin (1932-2006) galt als der bedeutendste Schweizer Dirigent seit Ernest Ansermet und war von 1985 bis 1997 Generalmusikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande.
Der Junior studierte schon mit 16 Jahren am Zürcher Konservatorium Klavier, Violine und Dirigieren und trat danach eine Stelle als Assistent von Jeffrey Tate in Aix-en-Provence an. 1994 wurde der erst 20-Jährige nach Ulm berufen, wo er bald schon zum ersten Kapellmeister aufstieg.
Mit 24 schon Weltklasse
Die endgültige Anerkennung als Weltklasse-Dirigent kam mit dem Engagement an die Staatsoper Unter den Linden Berlin als Assistent von Daniel Barenboim (1998 bis 2002). Zur Zeit leitet Jordan die Opéra national de Paris, kommende Spielzeit debütiert er an der Mailänder Scala und dirigiert die Londoner und Wiener Philharmoniker.
Bevor Jordan sein Amt bei den Wiener Symphonikern 2014 antritt, ist der Klangkörper ein Jahr ohne Leitung, da Fabio Luisis Vertrag 2012/13 ausläuft. Der Italiener tritt in der kommenden Spielzeit die Stelle als leitender Dirigent der New Yorker Met an.
Jordans Vertrag bei den Symphonikern läuft über fünf Jahre. In dieser Zeit will der Jungmaestro seine Position an der Pariser Oper weiterhin ausfüllen. Er werde aber seine Gastdirigententätigkeit so weit wie möglich einschränken, um in Wien vor Ort die nötige Präsenz zu gewährleisten, sagte er am Mittwoch in Wien.
© sda
Opernhaus des Jahres: Théâtre de la Monnaie, Bruxelles
Premiere für das diesjährige "Opernhaus des Jahres": Erstmals gewinnt mit dem Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel eine Bühne außerhalb des deutschen Sprachraums. Das hat die traditionelle Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" ergeben. Gleich dreifacher Gewinner ist die Oper Frankfurt: Sie belegt den zweiten Platz und ist damit das wichtigste Opernhaus in Deutschland. Außerdem sind die Musiker der Frankfurter Oper zum dritten Mal in Folge zum "Orchester des Jahres“ gekürt worden. Ebenfalls in Frankfurt engagiert ist der "Sänger des Jahres“: Bariton Johannes Martin Kränzle, der unter anderem für seine "überragende Leistung“ in der Uraufführung von Wolfgang Rihms "Dionysos“ bei den Salzburger Festspielen gewählt wurde. Das durch Nietzsche-Texte inspirierte Stück ist auch "Uraufführung des Jahres“ (Dirigent: Ingo Metzmacher, Regie: Pierre Audi).
50 Kritiker haben die Opern-Hitliste für die Zeitschrift "Opernwelt" zusammengestellt. Demnach ist der Erfolg des Brüsseler Opernhauses vor allem auf Intendant Peter de Caluwe zurückzuführen: "Ein Mann mit klaren Überzeugungen und langem Atem, der lieber im Hintergrund agiert, mit Künstlern und Mitarbeitern diskutiert, statt sich vor laufender Kamera zu produzieren“, schreibt die Fachzeitschrift am Dienstag.
Die Brüsseler Produktion von Giacomo Meyerbeers "Die Hugenotten“ (Dirigent: Marc Minkowski, Regisseur: Olivier Py) wurde "Aufführung des Jahres“. Die "Nachwuchssängerin des Jahres“ ist die 21 Jahre alte Russin Julia Lezhneva, die in der Inszenierung den Pagen singt. Zum vielfältigen Spielplan von Caluwes Bühne gehörten auch Janáceks "Katja Kabanova“ in der Regie von Andrea Breth und die Uraufführung von Toshio Hosokawas "Matsukaze“, choreographiert von Sasha Waltz.
"Regisseur des Jahres“ ist Achim Freyer für seine Interpretation von Schönbergs "Moses und Aron“ an der Oper Zürich. Zum besten Dirigenten wurde Mariss Jansons gewählt. Der Lette, der nur selten in der Oper dirigiert, wurde von den Kritikern für seine Amsterdamer Neuproduktion von Tschaikowskys "Eugen Onegin“ zum Besten seines Fachs gekürt.
Den "Chor des Jahres“ stellt die Staatsoper Stuttgart. "Wiederentdeckung des Jahres“ ist Mieczyslaw Weinbergs Auschwitz-Oper "Die Passagierin“ über den Mord an den europäischen Juden. Das Werk des über Jahrzehnte vergessenen polnisch-russischen Komponisten erlebte bei den Bregenzer Festspielen in der Regie von Intendant David Pountney seine szenische Uraufführung.
Für seine Ratten und weitere Kostüme für Hans Neuenfels' Bayreuther "Lohengrin“-Inszenierung wurde Reinhard von Thannen "Kostümbildner des Jahres“. "Bühnenbildner des Jahres“ ist Martin Zehetgruber mit seinem "Rusalka“-Raum an der Bayerischen Staatsoper und der beklemmenden "Wozzeck“-Kaserne an der Berliner Staatsoper.
(dpa/abendblatt.de)
Otto Tausk neuer Chefdirigent in St.Gallen

Ab der Saison 2012/2013 übernimmt Otto Tausk die Position des Chefdirigenten von Sinfonieorchester und Theater St. Gallen.
In seiner Heimat ist Otto Tausk als Chefdirigent der Holland Symfonia und als regelmässiger Gast der grossen Orchester des Landes wie Residentie Orkest Den Haag, Radio Filharmonisch Orkest Hilversum und Rotterdam Philharmonisch Orkest längst ein bekannter Name. In Rotterdam genoss er von 2004 bis 2006 als Assistenzdirigent den einzigartigen Vorzug einer engen Zusammenarbeit mit Valery Gergiev. Über seine Aufgabe als Mentor hinaus zeigte Gergiev seine Wertschätzung gegenüber Tausk in Form wiederholter Einladungen zum Philharmonischen Orchester Rotterdam sowie an das Mariinski Theater St. Petersburg. In Utrecht geboren, begann Otto Tausk seine musikalische Karriere als Geiger und wurde für sein Spiel mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Neben dem Violinstudium bei Viktor Liberman und Istvan Parkanyi studierte er Dirigieren bei Jurjen Hempel und Kenneth Montgomery. Weitere Studien führten ihn an das Konservatorium von Vilnius, wo er von dem legendären Dirigenten Prof. Jonas Aleksa unterrichtet wurde - eine Zeit, die ihn stark prägte. Seine Herangehensweise an den Notentext und seine Gabe, ihn den Musikern sowie dem Publikum zugänglich zu machen, sprühen vor Enthusiasmus und Energie. Ihn verbindet daher seit vielen Jahren wiederholte Zusammenarbeit mit zahlreichen Orchestern in ganz Europa, den USA, Australien und Neuseeland. In Kürze erfolgt das Debüt beim Los Angeles Philharmonic Orchestra. Im Musiktheater arbeitete Otto Tausk neben St. Petersburg u.a. in London, Amsterdam und Lyon, eine regelmässige Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Asko Ensemble, der MusikFabrik Köln und der Nieuw Sinfonietta Amsterdam. Kürzlich erschien eine Einspielung von Pfitzner-Liedern beim Label cpo, die in der internationalen Presse sehr gut besprochen und von Classica France mit dem „Choc du mois“ ausgezeichnet wurde. Letzte Saison wurde Otto Tausk für seine intensive Arbeit mit Holland Symfonia mit dem „de Olifant“ Preis der Stadt Haarlem ausgezeichnet. Die Jury hob besonders die innovative und grenzüberschreitende Programmarbeit des Orchesters und seines Dirigenten hervor, welche damit versuchen, ein neues Publikum zu erreichen.
Der designierte GMD des Opernhauses Zürich, Fabio Luisi, verärgert Rom und andere Häuser
Die Römische Oper ist überaus verärgert über den sehr kurzfristigen Rückzug des Dirigenten Fabio Luisi von einer "Elektra"-Produktion. Der an der Met handstreichartig zum Principal Conductor ernannte Luisi ersetzt in New York Levine. Um Levine, der wegen einer Rückenverletzung an der Met erneut ausfällt, zu ersetzen, hat Luisi Engagements in Rom, Genua, Wien und San Francisco zur Empörung dieser Häuser abgesagt. Das verärgerte Teatro dell'Opera di Roma schreibt auf seiner Webseite, es sei von Luisis Abgang überrumpelt worden, und es erwäge Maßnahmen, um den Ruf des Hauses zu wahren. Luisis Verhalten schade der Konzert- und Opernwelt. Luisi wird damit Levine in drei Jahren sehr sicher als Chefdirigent beerben; im kommenden Jahr wird er auch GMD der Oper Zürich.
Salvatore Licitra an den Folgen des Verkehrsunfalls gestorben

(sda/dpa) Der italienische Tenor Salvatore Licitra ist tot. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Montag berichtete, starb der 43-jährige Hoffnungsträger der italienischen Opernmusik in einem Spital auf Sizilien an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls.
Gegen eine Mauer gefahren
Die Angehörigen hätten die Spende seiner Organe gestattet, hiess es. Licitra, der in italienischen Medien als der neue Luciano Pavarotti gehandelt wurde, war vor neun Tagen mit einem Motorroller in der Nähe von Ragusa gegen eine Mauer gefahren.
Offensichtlich ohne Helm unterwegs, trug er bei dem Aufprall schwere Verletzungen an Schädel, Gesicht und Brustkorb davon. Der Sänger wurde ins Spital Garibaldi in Catania geflogen und sofort operiert, fiel aber dennoch in ein von den Ärzten als «sehr schwer» eingestuftes Koma, aus dem er nie wieder erwachen sollte.
Der 1968 in Bern in der Schweiz geborene Sänger war in der Provinz Ragusa auf Sizilien, um dort Anfang September einen Preis in Empfang zu nehmen. Die bevorzugten Partien des Tenors stammen aus den Opern von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini.
Den internationalen Durchbruch schaffte Licitra im Jahr 2002, als er kurzfristig für Pavarotti an der New Yorker Metropolitan Opera als Cavaradossi in Puccinis «Tosca» einsprang und das Publikum zu Ovationen hinriss.
In Zürich war er u.a. als Andrea Chénier, Cavaradossi. Manrico und Radames zu hören.
Erfolgreiche Festspiele 2011 in St.Gallen
So erfolgreich wie 2011 waren die St.Galler Festspiele noch nie. Im 6. Jahr ihres Bestehens können die Festspiele die bislang höchsten Besucherzahlen vorweisen. Insgesamt erlebten über 15.000 Besucher die Festspieloper, den Tanz und die Konzerte.
Die St.Galler Festspiele fanden vom 24. Juni – 8. Juli 2011 statt. Das Herz der Festspiele ist die Open-Air-Aufführung einer selten gespielten Oper auf dem Klosterhof in St.Gallen. In diesem Jahr wurde Giuseppe Verdis Oper «I Lombardi alla prima crociata» unter der musikalischen Leitung von Antonino Fogliani aufgeführt. Vor der eindrücklichen Kulisse der St.Galler Kathedrale erlebten die Zuschauer die Oper, die vor dem Hintergrund des ersten Kreuzzuges spielt und unmittelbar nach «Nabucco» entstanden ist, in der Inszenierung von Guy Montavon. Petrus meinte es auch in diesem Jahr gut mit den Festspielen und so konnten alle Vorstellungen auf dem Klosterhof stattfinden. Insgesamt vier der sieben angesetzten Vorstellungen waren ausverkauft, die Platzausnutzung konnte auf 95% gesteigert werden.
In der Kathedrale kam es in diesem Jahr zu einer ungewöhnlichen Begegnung zwischen der Tanzkompagnie des Theaters St.Gallen und den beiden Chören Collegium Vocale St.Gallen und Tablater Konzertchor St.Gallen. Zur Musik von Paul Giger, die eigens für die Kathedrale entstanden ist, entstand in der Choreografie von Tanzchef Marco Santi ein stimmungsvoller Tanz- und Konzertabend, der die Zuschauer begeisterte. Hier lag die Auslastung bei traumhaften 100%.
Abgerundet wurden die St.Galler Festspiele durch ein sehr ambitioniertes Konzertprogramm, das auch in diesem Jahr seinen Schwerpunkt bei alter Musik setzte. Inhaltlich lehnen sich die Konzerte jeweils an das Thema der Oper an, so dass das Verhältnis von «Orient und Okzident» im Mittelpunkt stand. Dies war auch der Titel des Konzertes von Jordi Savall, in St.Laurenzen, das neben dem Festkonzert wohl als Höhepunkt des Programms angesehen werden darf.
Erstmals sind die St.Galler Festspiele im Jahr 2011 eine Kooperation eingegangen. Bei den Domfestspielen in Erfurt, deren Intendant der diesjährige Regisseur Guy Montavon ist, wird die Inszenierung von «I Lombardi alla prima crociata » im Jahr 2012 noch einmal zu sehen sein. In St.Gallen besinnt man sich im kommenden Jahr auf einen grossen europäischen Stoff: «La damnation de Faust», von Hector Berlioz steht ab dem 22. Juni 2012 auf dem Spielplan der 7. St.Galler Festspiele.
(Medienmitteilung Theater St.Gallen)
Matti Salminen erhält den Zürcher Festspielpreis

Zum fünften Mal wird im Rahmen der Zürcher Festspiele der Zürcher Festspielpreis vergeben. Dieser würdigt herausragende künstlerische Leistungen für die Zürcher Festspiele. Als Jury wirkt die Künstlerische Kommission der Festspielstiftung unter dem Vorsitz von Alexander Pereira. Der Zürcher Festspielpreis wird von der Bär-Kaelin Stiftung ermöglicht, die sich in der Förderung von Kunst und Kultur engagiert. Der Preis ist mit CHF 50000 dotiert. Die Preisträger: 2007 Heinz Holliger, 2008 Luc Bondy, 2009 György Kurtag. Weitere Informationen unter www.bär-kaelinstiftung.ch
Mit dem Zürcher Festspielpreis 2011 wird ein Sänger geehrt, der über 40 Jahre auf der Bühne steht und sich beinahe ebenso lang der Zuneigung und Verehrung des Zürcher Publikums erfreut: 1972 trat der finnische Bass Matti Salminen erstmals als Sarastro am Opernhaus auf und hat allein diese Partie in nicht weniger als drei Neuinszenierungen an der Zürcher Oper gesungen. Seit 1984/85 ist er hier Ensemblemitglied, was ihn nicht hindert, auf den grossen Bühnen der Welt präsent zu sein, angefangen von den Bayreuther Festspielen bis hin zum Festival von Savonlinna in seiner Heimat. Von Monteverdis Seneca über die grossen Mozartpartien, Beethovens Rocco, Webers Kaspar, Verdis König Philipp, Mussorgskis Boris Godunow, Tschaikowskis Fürst Gremin bis hin zur Uraufführung neuer Werke (so etwa Rautavaaras «Rasputin») - und natürlich immer wieder Wagner: Der «Ring», Daland, Gurnemaz, König Marke... Unvergesslich und unvergleichlich wie Matti Salminen in den Tristan-Aufführungen der letzten Jahre am Ende des zweiten Aktes zum Zentrum des ganzen Abends wird. Der ob der Treuelosigkeit bis ins Mark erschütterte König Marke erschüttert auch uns, die ergriffenen Zuschauer. Wie viele Farben das Schwarz seiner Stimme hervorbringen kann! Gepaart mit seiner markanten Bühnenerscheinung und der stets intelligenten, unverwechselbaren Rollengestaltung ist Matti Salminen den grossen Regisseuren und Dirigenten immer wieder ein geschätzter Partner.
Überreichung erfolgt am 3. Juli 2011 im Opernhaus Zürich, Beginn 20 Uhr
Vincenzo La Scola gestorben

Im Alter von nur 52 Jahren ist der Tenor Vincenzo La Scola während einer Tournee in der Türkei an plötzlichem Unwohlsein gestorben. Am Opernhaus Zürich trat er oft in Werken von Verdi und Puccini auf. Er sang unter den bedeutendsten Dirigenten des italienischen Repertoires und war auch Harnoncourts Radames in dessen AIDA-Aufnahme. Seine Karriere führte ihn an die grossen Häuser, wie die Met, das Royal Opera House Covent Garden, die Opern in Hamburg, Wien, Rom, Bologna, die Arenen in Verona und Macerata.
Fabio Armiliato debüttiert als Otello

Fabio Armiliato wird ab dem 19. April als Verdis Otello in der Opéra Royal de Wallonie in Lièges zu erleben sein. Als Desdemona singt Daniela Dessì an der Seite ihres Gemahls, Giovanni Meoni gibt den Jago und Paolo Arrivabeni wird dirigieren.
Claus Helmut Drese gestorben
Claus Helmut Drese wurde am 25. Dezember 1922 in Aachen geboren und studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft in Köln, Bonn und Marburg/Lahn. Nach ersten Erfahrungen als Dramaturg und Schauspieler begann er auch Regie zu führen. Von 1952 bis 1959 wirkte er als Chefdramaturg und Regisseur am Nationaltheater Mannheim. Nach einer Intendanz in Heidelberg übernahm er 1963 die Leitung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. 1968 wurde er Generalintendant für Oper und Schauspiel in Köln. 1975 folgte Dr. Claus Helmut Drese dem Ruf an das Opernhaus Zürich, das er in den elf Jahren seiner Intendanz entscheidend geprägt hat. Ihm ist es in dieser Zeit gelungen, ein Haus mit beschränkten Mitteln zu einer Bühne von Weltruf zu gestalten. Unter seiner Leitung wurden die künstlerischen, räumlichen und technischen Möglichkeiten an heutige Erfordernisse angepasst. Auf die Spielzeit 1985/86 erfolgte die künstlerische Trennung des Opernhaus-Orchesters vom Tonhalle-Orchester. Diese Lösung gestattete es dem Opernhaus, an Tagen, die nicht vom Theaterbetrieb in Anspruch genommen werden, Konzerte mit dem eigenen Orchester durchzuführen – ein wichtiger Schritt zur Identifikation des Orchesters mit dem Opernhaus als Institution. Eine der schwierigsten Aufgaben in der Direktionszeit Claus Helmut Dreses war der Um- und Erweiterungsbau des Opernhauses Zürich, der moderne Produktionsbedingungen für die auf und hinter der Bühne beschäftigten Mitarbeiter ermöglichte. Während der zweijährigen Umbauphase führte Claus Helmut Drese den Opernbetrieb nicht nur in räumlichen Provisorien weiter, sondern wartete immer wieder mit ungewöhnlichen Spielplan-Ideen auf. Aus der Not heraus wurden Lösungen gefunden, die vielen Opernbesuchern als bleibende Theatererlebnisse in Erinnerung geblieben sind, seien es „Aida“ oder „Boris Godunow“ im Hallenstadion oder Händels „Saul“ und Orffs „Antigonae“ im Kongresshaus. Nach dem Umbau wurde das Opernhaus am 1. Dezember 1984 mit einer festlichen Gala und, als ersten regulären Aufführungen, Wagners „Meistersingern von Nürnberg“ und der Uraufführung von Kelterborns „Kirschgarten“ eröffnet. Eine (unvollständige) Aufzählung der an der Gala beteiligten Künstler gibt einen Begriff, auf welchem Niveau das Ensemble – inklusive der ständigen Gäste – angesiedelt war; einige dieser Sänger sind dem Haus bis heute verbunden: Agnes Baltsa, Mirella Freni, Sona Ghazarian, Gwyneth Jones, Lucia Popp, Mara Zampieri, José Carreras, Nicolai Ghiaurov, Thomas Hampson, Siegfried Jerusalem, Günther von Kannen, Alfredo Kraus, Juan Pons uvm.
Der grösste Meilenstein der Ära Drese war zweifellos der längst in die Theatergeschichte eingegangene Monteverdi-Zyklus mit Nikolaus Harnoncourt und Jean-Pierre Ponnelle. Auch wenn die drei Opern aus
der Frühzeit des Genres schon hier und da anderswo aufgeführt worden waren, ging der eigentliche
Impuls zur Wiedergewinnung dieser drei Juwelen für das Opernrepertoire und zur Erweiterung des Repertoires in Richtung Barockoper von den Zürcher Aufführungen des „Orfeo“, der „Incoronazione di
Poppea“ und des „Ritorno d’Ulisse in patria“ aus. Die drei Aufführungen sind auf Tonträger dokumentiert;
sie gingen auf Gastspiel und wurden in sieben europäischen Städten (darunter an der Mailänder Scala) begeistert aufgenommen. Drese begann mit Ponnelle und Harnoncourt auch einen Mozartzyklus, der
unter seinem Nachfolger Christoph Groszer fortgesetzt und mit insgesamt acht Werken zu Ende
gebracht wurde. Götz Friedrich war ein prägender Regisseur, den Drese nach Zürich geholt hatte.
Genannt seien ausserdem Otto Schenk, August Everding, Yuri Ljubimow und Nikolaus Lehnhoff.
Immer wieder bestätigte Claus Helmut Drese seinen Ruf, ein kluger „Taktiker“ des Spielplans zu sein,
der es verstand, sein Publikum sowohl zu bestätigen, als auch zu provozieren. In elf Spielzeiten
gelang ihm in Zürich eine glückliche Mischung aus Tradition und Erneuerung, Bestätigung und Herausforderung. Dreizehnmal trat er in diesen Jahren selbst als Regisseur in Erscheinung, so u.a.
mit Beethovens „Fidelio“, Puccinis „La Bohème“, Wagners „Fliegendem Holländer“ und „Tristan“,
Verdis „Falstaff“, Bellinis „Norma“ oder Hindemiths „Mathis der Maler“. Von 1987 bis 1989 entstand
als seine letzte Zürcher Regiearbeit die Inszenierung von Wagners „Ring des Nibelungen“.
Sein Zürcher Geheimnis, so hat er es in einem Interview einmal bekannt, sei, sich „dem Betrieb unterzuordnen und mit allen freundschaftlich und vernünftig zu planen und zu arbeiten.“
Als Claus Helmut Drese 1986 dem Ruf folgte, Direktor der Wiener Staatsoper zu werden,
war das Opernhaus Zürich in die Spitzengruppe der europäischen Musiktheater vorgedrungen.
Bis zuletzt ist er dem Opernhaus Zürich als kenntnisreicher Gesprächspartner und reger
Opernbesucher verbunden geblieben.
Claus Helmut Drese verstarb am 10. Februar 2011.
„Mit Claus Helmut Drese verliert die Opernwelt eine ihrer ganz wenigen Integrationsfiguren. Zahllose
Sänger, Regisseure und Dirigenten haben seinen Namen immer mit grossem Respekt ausgesprochen
und wurden angesteckt durch seine Begeisterungsfähigkeit und Liebe zum Theater und seinen
Menschen.“
Alexander Pereira
(Medienmitteilung Opernhaus Zürich)
Opernhaus Zürich schliesst Saison 09/10 mit Defizit ab
Das Defizit von 4,92 Millionen Franken resultiert aus einem Gesamtaufwand von 134,66 Millionen Franken und Erträgen von 129,73 Millionen, wie die Verantwortlichen am Donnerstag vor den Medien in Zürich ausführten.
Gemäss Verwaltungsratspräsident Josef Estermann haben mehrere Faktoren den Fehlbetrag verursacht: Wegen der Wirtschaftskrise gingen die Vorstellungseinnahmen zurück, ebenso die Sponsorenbeiträge. Zudem mussten zusätzliche 800'000 Franken Rückstellungen für Ferienguthaben und Überzeiten gebildet werden.
Des weiteren fielen Mehrkosten von 2,2 Millionen Franken im künstlerischen Bereich an. Für einmal sei die sogenannte Vorwärtsstrategie - teure Künstler sorgen für hohe Einnahmen - jedoch nicht aufgegangen, sagte Estermann.
Auf Vorstellungsbesuche und Einnahmen habe sich zudem die seit bald zwei Jahren bestehende Baustelle vor dem Opernhaus ausgewirkt. Als Indiz dafür sehen die Verantwortlichen den Rückgang der Umsätze im Bankettbereich von 1,3 Millionen Franken in der Saison 2006/07 auf 673'000 Franken.
Intendant Alexander Pereira macht bei gewissen Besuchern gar eine "psychologische Abwehrreaktion" wegen der Baustelle aus. Langfristig gesehen werde die neue Platzgestaltung mit dem Parkhaus Opéra jedoch die Attraktivität steigern, meinte er.
Nun gelte es, die Schwierigkeiten im Opernhaus abzufedern, um so dann auch seinem seinem Nachfolger Andreas Homoki (ab Saison 2012/2013) eine "faire Chance" zu geben.
Abfedern soll die finanziellen Schwierigkeiten insbesondere der Kanton Zürich - beispielsweise "mit 2 Millionen Franken aus dem interkantonalen Kulturlastenausgleich", wie Estermann ausführte.
Insgesamt besuchten 247'275 zahlende Besucher eine der 345 Opernhaus-Veranstaltung. Daraus resultierten Einnahmen von 32,83 Millionen Franken. Im Vorjahr kamen 249'319 Besucherinnen und Besucher. Es wurden 346 Anlässe durchgeführt. Dabei nahm man 33,81 Millionen Franken ein.
© sda
Theater Biel-Solothurn: Bilanz 2009/10
Erfolgreiche Spielzeit 2009/2010 am Theater Biel Solothurn
Steigerung der Besucherzahl um 15% - Gesamtauslastung von 66%
Insgesamt 314 Vorstellungen mit 64'804 Besucherinnen und Besuchern.
Die Besucherzahlen konnten sowohl im Musiktheater wie im Schauspiel gesteigert werden.
Die erfolgreichste Oper der vergangenen Spielzeit ist Mozarts „Die Zauberflöte“ mit 4537 Besuchern und einer Auslastung von 84%. Aber auch Rossinis „Tancredi“ (74%) und Verdis „Il Trovatore“ (70%) verzeichneten eine sehr gute Auslastung.
Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr bei den Abonnenten leicht um 28'500 Franken und bei den Einzeleintritten deutlich um rund 175'000 Franken. Insgesamt resultiert ein Jahresgewinn von 108'443 Franken. Das Defizit des Vorjahres konnte eliminiert werden, und der Eigenfinanzierungsgrad konnte von 22.4% im Vorjahr auf 24.5% gesteigert werden.
Die Subventionen sind mit 8’191'600 Franken praktisch gleich geblieben wie im Vorjahr.
Jahresbericht Theater St.Gallen
Neue Subventionsordnung entspannt die finanzielle Situation von Konzert und Theater St.Gallen
Dank der neuen Subventionsordnung von Kanton und Stadt St.Gallen, welche seit 2010 in Kraft ist, hat sich die finanzielle Lage der Genossenschaft Konzert und Theater St. Gallen entspannt. Wie aus dem gerade veröffentlichen Jahresbericht hervorgeht, konnte die Saison 2009/2010 mit einem Überschuss von rund 230 000 Franken abgeschlossen werden, ein erster Schritt beim Abbau des aus den letzten Jahren angehäuften Verlustvortrages von rund 1,2 Millionen Franken.
Insgesamt wurden in der Saison 2009/2010 156 169 Karten für 485 Veranstaltungen verkauft. Damit wurde die Gesamtvorstellungszahl noch einmal leicht erhöht. Ein Plus bei den Besuchern konnte der Konzertbereich auf sich vereinen. Fast 21 000 Konzertliebhaber lösten ein Billett für eines der Sinfoniekonzerte, der Meisterzykluskonzerte und der Extrakonzerte. Im Grossen Haus des Theaters kam es im Bereich der Oper ebenfalls zu einer Zuschauersteigerung (+3%), wobei Puccinis Madama Butterfly stolze 87% Platzausnutzung erreichte. In absoluten Zahlen war Verdis Alzira mit 11 819 Besuchern die erfolgreichste Oper der Saison.
Das Musical Der Graf von Monte Christo erreichte auch in seiner 2. Spielzeit eine Platzausnutzung von 99%, gefolgt von Bibi Balù mit 90% . Im Bereich Schauspiel waren die Buddenbrooks die Produktion, die von den meisten Besuchern gesehen wurde, Das Gespenst von Canterville konnte als Kinderstück im Grossen Haus nicht ganz die Erwartungen erfüllen. Die Uraufführung der Komödie Der Wichtigtuer sowie Max Frischs Herr Biedermann und die Brandstifter konnten jeweils eine Platzausnutzung von über 80% erreichen.
Bei den 5. St.Galler Festspielen kam rechtzeitig zur Premiere von Il diluvio universale (Die Sintflut) die Sonne heraus. Alle sieben Openair-Vorstellungen konnten somit bei optimalen Bedingungen auf dem Klosterhof gespielt werden. Die Auslastung lag dabei bei 79%. Grosse Begeisterung löste zudem die Produktion Sacra in der Kathedrale aus. Nach zögerlichem Start stieg die Besucherzahl markant an. Die Konzerte stiessen beim Publikum auch diesmal auf wachsendes Interesse.
Waltraud Meier versus Bernard Haitink
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BASEL ist wieder Opernhaus des Jahres
In der traditionellen Kritikerumfrage der Zeitschrift «Opernwelt» rangiert die Bühne nach 2009 erneut an erster Stelle. Einen solchen «Doppelsieg» errang bisher einzig die Stuttgarter Oper.
Der Erfolg des Theaters Basel gehe vor allem auf die kluge und kommunikative Arbeit von Dietmar Schwarz, dem Leiter der Opernsparte, zurück, heisst es in dem am Freitag erschienenen «Opernwelt»-Jahrbuch. Befragt hatte das Blatt 50 mehrheitlich deutschsprachige Kritiker.
«Nachwuchssängerin des Jahres» wurde zudem Svetlana Ignatovich vom Opernensemble des Theaters Basel, wie das Theater mitteilte. Sie sang in der ausgezeichneten Spielzeit 2009/2010 die Titelpartie der «Madame Butterfly».
Dazu verweise ich auf meine Kritik des BUTTERFLY
Weitere Preisträger
Bester Dirigent ist in der Kritikerumfrage Ingo Metzmacher, bester Regisseur Stefan Herheim
(Der Regisseur Stefan Herheim ist für seine Inszenierung von Richard Strauss’ Der Rosenkavalier am Stuttgarter Opernhaus von der Fachzeitschrift Opernwelt als „Regisseur des Jahres“ ausgezeichnet worden. Unter den fünf Aufführungen, die von der Opernwelt zu den wichtigsten der vergangenen Spielzeit gekürt wurden, ist die Staatsoper Stuttgart gleich mit drei Neuproduktionen vertreten: Neben Herheims Rosenkavalier-Inszenierung wurden Calixto Bieitos Sicht auf Richard Wagners Parsifal und Leoš Janáčeks Katja Kabanova in der Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito gewählt.)
Aufführung des Jahres wurde Verdis «Macbeth» am Brüsseler Theatre de la Monnaie. Beste Sänger sind Marlis Petersen und Christian Gerhaher.
Als «Uraufführung des Jahres» wählten die Experten Aribert Reimanns «Medea» an der Wiener Staatsoper. Cecilia Bartolis CD «Sacrificium» wurde als Einspielung des Jahres bewertet. In dem Album zelebriere sie die Gesangskunst der Kastraten-Ära mit unvergleichlichem Temperament als virtuoses Rollenspiel.
MEDEA IN CORINTO aus St. Gallen auf CD
Die Vorstellungen der quellenkritischen Erstaufführung waren ein international umjubeltes Belcanto-Ereignis. Jetzt gibt es die St.Galler Medea in Corinto auf CD: OehmsClassics nahm die Schlussproben und die Premiere im Oktober 2009 mit dem Sinfonieorchester und dem Theater- und Opernchor St.Gallen auf CD auf. Erinnern Sie sich an einen unvergesslichen Opernabend mit Elzbieta Szmytka (Medea), Lawrence Brownlee (Egeo), Mark Milhofer (Giasone), Evelyn Pollok (Creusa), Wojtech Gierlach (Creonte) u.a. unter der stilkundigen und emotional
packenden musikalischen Leitung von Chefdirigent David Stern. Ein Muss für Freunde der italienischen Oper an der Schwelle zwischen Klassik und Romantik. Zu erwerben an der Theaterkasse des Theaters St.Gallen für nur Fr. 40.–
Fabio Luisi
Der designierte GMD des Opernhauses Zürich, Fabio Luisi, wird erster Gastdirigent der New Yorker Metropolitan Opera. Er wird dort pro Saison eine Neuproduktion sowie mindestens eine Wiederaufnahme übernehmen. Damit gilt er als aussichtsreicher Favorit für die Nachfolge von James Levine als Musikdirektor der Met, wie Kulturradio RBB soeben gemeldet hat.
Was wird aus seinen Verpflichtungen in Zürich?
Neue CD: Norgards„Der göttliche Tivoli“, Stadttheater Bern
Erstmals überhaupt ist eine Opernproduktion des Stadttheaters Bern auf CD aufgenommen worden. Das dänische Label „Dacapo Records“ hat die zeitgenössische Oper „Der göttliche Tivoli“ des dänischen Komponisten Per Norgard, die am 19. September 2008 im Rahmen des Festivals „Biennale Bern“ im Stadttheater zur Premiere gekommen ist, herausgebracht.
Die CD ist unter dem Titel „Per Norgard – The Divine Circus“ als Live-Aufnahme erscheinen. Das dänische Label „Dacapo Records“ mit Sitz in Kopenhagen hat sich mit Aufnahmen von zeitgenössischen Komponisten einen Namen gemacht. Von Per Norgard sind bei „Dacapo“ bisher rund ein Dutzend Aufnahmen veröffentlicht worden.
Der 1932 geborene Norgard hat „Der göttliche Tivoli“ nach Texten des Berner Künstlers Adolf Wölfli geschrieben. Die Oper wurde 1983 im dänischen Arhus uraufgeführt und kam 2007 in Lübeck erstmals in Deutschland auf die Bühne, als Koproduktion mit dem Stadttheater Bern. Dirigent der Aufnahme ist Dorian Keilhack, erster Kapellmeister am Stadttheater Bern.
(Medienmitteilung, Stadttheater Bern)
Neuer Intendant für DOB: Dietmar Schwarz

- Dietmar Schwarz
Der Basler Operndirektor Dietmar Schwarz soll im kommenden Jahr die Nachfolge von Deutsche-Oper-Intendantin Kirsten Harms antreten, die auf die Verlängerung ihres Vertrags verzichtet hatte.
Schwarz, in Biberach an der Riss geboren, ist derzeit Operndirektor am Theater Basel. Kürzlich wurde die Opernsparte des Schweizer Theaters in einer Umfrage des Fachblattes „Opernwelt“ zum Opernhaus des Jahres 2009 gewählt.
Frühere Stationen von Schwarz waren als Dramaturg das Theater Freiburg, das Bremer Theater und die Oper Frankfurt. Von 1990 bis 1993 war er Künstlerischer Leiter des Ruhrgebiet-Festivals „Aufbrechen Amerika“. Im Jahr 1994 ging er als leitender Dramaturg an das Bremer Theater zurück. Von 1998 an war er Operndirektor am Nationaltheater Mannheim, von wo er 2006 in gleicher Funktion an das Theater Basel wechselte.
Harms war in der Spielzeit 2004/05 an die Deutsche Oper gekommen. Heftige Kritik hatte sie wegen der Affäre um die Absetzung der Mozart-Oper „Idomeneo“ nach angeblichen Islamisten-Drohungen einstecken müssen. Gelobt wurde sie für mehrere für Opern-Entdeckungen.
Mit knapp 2000 Plätzen ist die Deutsche Oper das größte Opernhaus in Berlin. An den Berliner Opernhäusern hat bereits ein großes Stühlerücken begonnen. In der Staatsoper Unter den Linden hat Jürgen Flimm die Intendanz an der Seite von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim übernommen. 2012 wird der Australier Barrie Kosky an der Komischen Oper Nachfolger von Intendant Andreas Homoki, der an die Oper Zürich geht und dort die Nachfolge Alexander Pereiras antritt, welcher seinerseits als Leiter der Salzburger Festspiele berufen wurde.
Zürcher Ballettchef Heinz Spoerli tritt zurück

- Heinz Spoerli ©Opernhaus Zürich
Heinz Spoerli tritt als Ballettdirektor und Chefchoreograf des Zürcher Opernhauses altershalber zurück. Er verlässt das Opernhaus Zürich zum Ende der Spielzeit 2011/12, teilte der heute knapp 70-Jährige mit.
Spoerli leitet das Zürcher Ballett seit 1996. In dieser Zeit realisierte er zahlreiche herausragende Choreografien, etwa für "Goldberg-Variationen", "Schwanensee", "Don Quixote", "Peer Gynt" und in dieser Spielzeit für die wunderschöne "Raymonda".
Für sein Schaffen erhielt Spoerli schon zahlreiche Preise, unter anderem den Deutschen Tanzpreis 2009. Das bisweilen als provinziell belächelte schweizerische Umfeld sei der richtige Nährboden für Heinz Spoerli gewesen, um zu einem ganz Grossen zu werden, schrieb der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik zur Preisvergabe.
Seine Nachfolge ist bereits geregelt:

- Christian Spuck ©Staatstheater Stuttgart
Der Choreograf Christian Spuck (40), der seit 2001 als Hauschoreograf am Stuttgarter Ballett engagiert ist, wird mit Beginn der Spielzeit 2012/13 neuer Ballettdirektor am Opernhaus Zürich. Er wird die Nachfolge von Heinz Spoerli antreten, der das Zürcher Ballett dann sechzehn Jahre lang aussergewöhnlich erfolgreich geleitet und zu internationalem Ansehen geführt hat.
Christian Spuck wird - ebenso wie der designierte Intendant Andreas Homoki und der designierte Generalmusikdirektor Fabio Luisi - für fünf Jahre ans Zürcher Opernhaus verpflichtet.
Andreas Homoki, designierter Intendant des Opernhauses Zürich ab der Spielzeit 2012/13:
„Christian Spuck ist aufgrund seiner durch das Klassische Ballett geprägten künstlerischen Biografie einer der ganz wenigen jungen Choreografen, welche die nötigen Voraussetzungen mitbringen, um eine so traditionsreiche Compagnie wie das Zürcher Ballett zu führen. Ganz besonders schätze ich seinen – bei aller Perfektion – immer humorvollen Zugriff auf das klassische Ballettvokabular. Seine Ballette sind in jedem Moment spannendstes Musiktheater. Aber das Wichtigste: Christian ist ein virtuoser Geschichtenerzähler. Mit seiner Berufung ist mein künstlerisches Leitungsteam endlich komplett, und ich freue mich sehr auf eine spannende Zusammenarbeit.“
Christian Spuck (40), designierter Direktor des Zürcher Balletts ab der Spielzeit 2012/2013:
„Ich freue mich sehr über die grosse Verantwortung und Berufung, das Zürcher Ballett ab 2012/2013 zu leiten. Neben der Pflege des Repertoires möchte ich mit Uraufführungen wichtiger Choreografen Akzente setzen und bin gespannt darauf, mit einer technisch wie darstellerisch starken Compagnie und dem Junior Ballett meine Arbeit als Choreograf fort zu führen
Über die geplante fünfjährige Zusammenarbeit mit dem Intendanten Andreas Homoki bin ich hocherfreut. Gemeinsam mit Ihm möchte ich das Zürcher Ballett weiter aufbauen und unsere Begeisterung für spannendes Ballett und Musiktheater mit dem Zürcher Publikum teilen. Ich freue mich auf eine aufregende Zeit in Zürich.“