Berlin, Philharmonie: MAHLER 2.SINFONIE, 23.06.2018 

Berlin, Philharmonie: MAHLER 2.SINFONIE, 23.06.2018

Gustav Mahler: 2. Sinfonie in c-Moll | Uraufführung: 13. Dezember 1895 in Berlin | Aufführungen: 22. und 23. Juni in der Philharmonie Berlin, 24. Juni in der Philharmonie München

Gustav Mahler (1860-1911)

Kritik: folgt am 24.6. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Werk:

Gustav Mahler schuf mit seiner 2. Sinfonie ein Werk von immensen Ausmassen, das einen gewaltigen instrumentalen (und im 4. und 5.Satz) auch vokalen Aufwand erfordert. Die Aufführungsdauer beträgt ca. 80 Minuten.

Mahler arbeitete mit Unterbrüchen etwa 6 Jahre an diesem gigantischen Werk. Die Unterbrüche kamen daher, dass er durch seine Arbeit als Opernchef in Budapest und seinen anschliessenden Antritt als 1. Kapellmeister in Hamburg nicht allzuviel Zeit zum konzentrierten Komponieren hatte. Zeitgleich zur Komposition der 2. Sinfonie vertonte Mahler auch Lieder aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn von Clemens Brentano und Achim von Arnim. Zwei dieser Lieder flossen auch in diese Sinfonie ein, Des Antonius von Padua Fischpredigt wird instumental im dritten Satz eingeflochten, das Urlicht wird zum Altsolo des vierten Satzes. Am Anfang der Sinfonie steht jedoch mit der „Totenfeier“ (die Bezeichnung stammt von Mahler selbst) ein gewaltiges Ringen zwischen unruhigem Aufbäumen und sanfteren Kantilenen. Mahler selbst hat erklärt, dass er hier seinen „Helden“ aus der ersten Sinfonie zu Grabe trägt. Wie aus weiter Ferne werden die Fragen aufgeworfen Warum hast du gelebt? Warum hast du gelitten? Die Antwort gibt Mahler im letzten Satz (der dem Werk auch den Übertitel Auferstehungssinfonie eingetragen hat, obwohl dieser nicht von Mahler stammt): Mahler schildert einen dramatischen Kampf zwischen wilden Klangorgien wie bei einem Dies irae und hoffnungsvolleren Erlösungsphrasen der Posaunen. Das Zarte obsiegt mit Innigkeit und Naturidylle. Misterioso kommt wie von Ferne der gemischte Chor mit Sopransolo dazu. Als Text verwendet Mahler das Klopstockgedicht Auferstehung. Chor und Orchester steigern sich unter Mithilfe der Orgel zur strahlenden Appotheose der Erlösung. Sterben werd'ich, um zu leben!

Mahler musste nach der Urauffühung seiner zweiten Sinfonie zum Teil bissigsten Spott über sich ergehen lassen. Das Publikum war noch nicht reif für Mahlers Tonsprache. Heutzutage gehört die 2. zusammen mit der 4. (auch eine der Wunderhorn-Sinfonien) und der 5. Sinfonie zu den meist aufgeführten Sinfonien Mahlers.

Karten

Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 23. Juni 2018 Gelesen: 15

Kategorie: Mahler 2. Sinfonie