Zürich: IL TROVATORE, 14.01.2010

Erstellt von Kaspar Sannemann | |   Il Trovatore

Dramma lirico in quattro parti

von Giuseppe Verdi (1813-1901)

Libretto von Salvatore Cammarano

und Leone Emanuele Bardare nach dem Drama

«El Trovador» (1836) von Antonio García Gutiérrez

Uraufführung: 19. Januar 1853, Teatro Apollo, Rom

Diese Inszenierung von Verdis mitreissendem Meisterwerk gehört immer noch zu den ärgerlichsten und langweiligsten Produktionen des Zürcher Spielplans. Die spannende Story versinkt auch bei der teilweise umbesetzten Wiederaufnahme im Nebel des Grauens. Weder vom Pult (wo Adam Fischer ziemlich uninspiriert verhalten agierte) noch von der Bühne gingen wirklich begeisternde Impulse aus. So verliess man das Haus nach drei Stunden doch eher frustriert. Einmal mehr war es die Sängerin der Azucena - diesmal die differenziert gestaltende Yvonne Naef - welche der Aufführung doch noch ein kleines Glanzlicht aufzusetzen vermochte. Zwar verfügt sie nicht über die geballte Kraft von Luciana d'Intino, welche die Premierenserie sang, doch mit ihrer subtilen, dynamisch feiner abgestuften Interpretation vermochte Yvonne Naef zu überzeugen. Vor allem das Finalbild gelang vortrefflich. Marina Poplavskaya verfügt über eine angenehme, schön klingende Mittellage. Doch ihrer Leonora fehlten die sicheren, glanzvollen Höhen, da verengte sich ihre Stimme, die saubere Intonation war gefährdet. Marcelo Alvarez war ein solider Manrico, auch wenn er - wie heutzutage leider üblich - die Stretta ohne Wiederholung sang ... Von Leidenschaft war bei ihm jedoch nichts zu spüren. Claudio Sguro als Luna füllte die Rolle mit seinem sehr angenehm timbrierten Bariton makellos aus, doch auch ihm steht leider die missglückte Regie für ein überzeugendes Rollenporträt im Wege. Mit ärgerlich tremolierender Stimme hingegen sang Giuseppe Scorsin den Ferrando. Da hätte ein Haus wie Zürich doch bestimmt schönere Bassstimmen aufzubieten.

Das Opernhaus Zürich verfügt über Produktionen, welche weitaus lohnenswerter für eine Wiederaufnahme wären, als dieses mit Kampfsportarten und Trockeneisschwaden angereicherte Rampensingen.