Berlin, Philharmonie: DER MESSIAS, 15.12.2018

Erstellt von Kaspar Sannemann | |   Der Messias

Oratorium in drei Teilen | Musik: Georg Friedrich Händel | Text: Charles Jennens, basierend auf der King-James Bibel und dem Book of common prayers | Uraufführung: 13. April 1742 in Dublin | Aufführungen in Berlin: 15. 12. und 16.12.2018

Kritik: erscheint am 16.12. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Werk:

Georg Friedrich Händel (1685-1759) war 1741 in einer Krise, da seine italienischen Opern in London plötzlich nicht mehr so gefragt waren. Sein Freund Charles Jennens übergab ihm da den Textentwurf zum Messias und entfachte so das kompositorische Feuer Händels erneut. Die Uraufführung des innerhalb von nur 24 Tagen komponierten Werks allerdings verlegte Händel nach Dublin, da seine Musik dort nach wie vor grossen Anklang fand. So auch diese Uraufführung seines neuesten Werks. Publikum und Kritiker waren gleichermassen begeistert („das vollendeteste Werk des Meisters ... Worte fehlen, um den erlesenen Genuss zu beschreiben ...“). DER MESSIAS trat von der irischen Insel aus seinen Siegeszug um die damalige Musikwelt erst mit einer gewissen Verzögerung an. 1743 folgte die erste Aufführungen in London, mit verhaltenem Erfolg. 1772 folgte Hamburg, wo sich u.a. Carl Philipp Emmanuel Bach für das Werk einsetzte. Johann Adam Hiller bearbeitete das Oratorium für Berlin Berlin, Goethe hörte es schon bald danach in Weimar. Es folgte nun die Zeit der Bearbeitungen, die bekannteste stammte von keinem Geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart. In England (und auch in Berlin) setzten sich Aufführungen in Massenbesetzung durch: In der Westminster Abbey z.B. spielten 250 Instrumentalisten und ein Chor von 300 Stimmen wurde aufgeboten. Es ist überliefert, dass sich König George II. beim ersten Anhören des Halleluja-Chores von seinem Sitz erhob, weil er so begeistert und ergriffen war. Seither ist es in England Tradition, dass sich das Publikum das Halleluja stehend anhört.

Das Oratorium umfasst die drei Teile Verkündung und Geburt Jesu, Leiden und Auferstehung, Ewige Herrlichkeit. Der Text greift dabei aber vorwiegend auf alttestamentarische Texte und Prophezeiungen zurück. Das Oratorium ist nicht nur Händels wohl bekanntestes Werk, es stellt auch das eines der populärsten geistlichen Werke der gesamten Literatur dar, wird sowohl in der Adventszeit als auch in der Passionszeit häufig weltweit aufgeführt.

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