Zürich: EUGEN (Jewgeni) ONEGIN, 24.09.2017 

Zürich: EUGEN (Jewgeni) ONEGIN, 24.09.2017

Lyrische Szenen in drei Akten | Musik: Pjotr Tschaikowski | Libretto: Konstantin Schilowski, Piotr Tschaikowski, nach dem Versroman von Alexander Puschkin | Uraufführung: 29. März 1879 in Moskau | Aufführungen in Zürich: 24.9. | 27.9. | 30.9. | 8.10. | 13.10. | 19.10. | 22.10. | 25.10 | 28.10.2017

copyright: Monika Rittershaus, mit freundlicher Genehmigung Opernhaus Zürich

Kritik: folgt am 25.9. ab 13 Uhr an dieser Stelle

Inhalt:

Ort: Russland, zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Auf einem Landgut lebt die Witwe Larina mit ihren beiden Töchtern Tatjana und Olga, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Tatjana scheint ernst und verträumt, Olga lebenslustig und temperamentvoll. Olga ist mit dem schwärmerischen Dichter Lenskij verlobt, Tatjana hingegen ist noch solo. Lenskij kommt mit seinem Freund Onegin zu Besuch. Onegin hat einen reichen Onkel beerbt; gibt sich ziemlich herablassend und gelangweilt. Tatjana ist trotzdem von ihm sehr angetan. Am selben Abend noch schreibt sie ihm einen Liebesbrief, obwohl er keinerlei Anzeichen erkennen liess, dass er an ihr interessiert wäre. Onegin spielt den kühlen Menschenverächter und lässt Tatjana wissen, dass er zur Ehe nicht tauge.

Larina lädt zu Tatjanas Namenstag viele Gäste ein, darunter sind auch Lenskij und Onegin. Ein Franzose trägt ein Couplet vor. Onegin langweilt die provinzielle Gesellschaft und er beginnt intensiv mit Olga zu flirten und tanzt beinahe ununterbrochen nur mit ihr. Lenskij steigert sich in seine Eifersucht, die Situation eskaliert und er fordert Onegin zum Duell. Obwohl Olga und Tatjana versuchen, das Duell zu verhindern, lässt sich Lenskij nicht davon abhalten. Onegin tötet dabei seinen einstigen Freund.

Zehn Jahre später: Tatjana ist mit dem viel älteren Fürsten Gremin verheiratet und lebt in St.Petersburg. Onegin taucht auf einem Ball im Palast Gremins auf. Er ist viel gereist, jedoch hat er sein Glück nie gefunden. Zudem lastet der durch ihn verschuldete Verlust seines Freundes Lenskij schwer auf ihm. Als er Tatjana wiedersieht, wird ihm klar, dass er einen Fehler begangen hatte, ihre Liebe zu verschmähen. Er versucht sie für sich zu gewinnen, doch nun ist sie es, die sich von ihm abwendet.

Auch ein letzter Versuch Onegins scheitert. Zwar stürzen Onegins Liebesschwüre Tatjana in einen zwiespältigen Gefühlsstrudel, doch schliesslich reisst sie sich von Onegin los, der viel zu spät erkennt, dass seine Überheblichkeit ihn das persönliche Glück gekostet hat.

Werk:

EUGEN ONEGIN ist die meistgespielte Oper aus dem musikdramatischen Schaffen Tschaikowskis (1840-1893). Der Stoff kam seinem Charakter und seinen Ansprüchen an eine Oper entgegen, da er nicht Monumentalopern im Stile der Grand Opéra schreiben wollte, sondern die intimere, ja beinahe kammermusikalische Form bevorzugte. Zwar tauchen auch in EUGEN ONEGIN folkloristische Momente (Bauernchor) und zwei grosse Ballszenen auf (Landgut der Larina und Ball in St.Petersburg), doch diese bilden nur quasi einen musikalischen Untergrund, auf dem sich die Seelenqualen Tatjanas und Onegins ausbreiten. Daneben dominiert ein lyrisch-schlichter, melancholischer Konversationsstil welcher dem poetischen Sujet überaus angemessen ist. Ariose Aufschwünge (die komplexe, kompositorisch meisterhaft gestaltete Briefszene Tatjanas, Lenskijs grosse Szene vor dem Duell, Gremins abgeklärte Schilderung seiner Ehe mit Tatjana) und die äusserst populär gewordenen Rhythmen der Polonaise und der Mazurka verleihen dem Werk zwar einen leidenschaftlichen, charaktervollen Glanz, der jedoch stets mit feinfühliger Zurückhaltung eingesetzt wird. Tschaikowski hatte die Uraufführung Schülern des Moskauer Konservatoriums anvertraut, welche wohl den Ansprüchen an die psychologische Durchdringung der Partien nicht ganz genügten. Deshalb errang erst die Aufführung im Bolschoi Theater zwei Jahre später den bis heute ungebrochenen Erfolg dieses Schlüsselwerks der russischen Seele.

Karten

Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 24. September 2017 Gelesen: 96

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

*
*