Berlin, Philharmonie: LES BEAUX JOURS DE L'AMOUR, 28.02.2018 

Berlin, Philharmonie: LES BEAUX JOURS DE L'AMOUR, 28.02.2018

›Les beaux jours de l’amour‹ – Ouvertüren, Arien und Tänze aus Opern von Christoph Willibald Gluck (›Orfeo ed Euridice‹) und Jean-Philippe Rameau (›Les Boréades‹, ›Castor et Pollux‹, ›Les indes galantes‹, ›Zaïs‹ u.a. | Dieses Konzert in Berlin: 28.2.2018

Christoph Willibald Gluck (1714-1787)

Jean-Philippe Rameau (1683-1764)

Kritik: folgt am 1.3. ab 14 Uhr an dieser Stelle

Komponisten:

Christoph Willibald (Ritter von) Gluck (1714-1787) studierte zwar Komposition bei Sammaritani in Italien, weit mehr jedoch beeinflussten ihn seine ausgedehnten Reisen durch Europa, er sog somit viele nationale Musikstile auf und liess sie in seine Werke einfliessen. In Italien komponierte er einige Opern im Stil der opera seria, über Paris reiste er nach London, danach war er Hofkomponist in Wien und traf dort auf Metastasio, den Hofdichter. Hier schuf er einige opere buffe. In Wien entstand auch ORFEO ED EURIDICE, sein Ausgangspunkt für die Reform der Oper, die er von der Vormacht der Virtuosen (Diven-Kastraten) befreien und zugunsten eines wahrhaftigeren Ausdruckes von eigenmächtigen Verzierungen und Effekthaschereien entrümpeln wollte. Von Wien aus eroberte er danach Paris, wo er mit seinen tragédies lyriques für Furore (und auch erbitterten Streit) sorgte. Die bedeutenden Opern Glucks sind neben dem OREFEO (auch in der französischen Fassung) seine beiden IPHIGENIEN, ARMIDE und ALCESTE.

Jean-Philippe Rameau (1683-1764) brachte erst im Alter von 50 Jahren seine erste Oper auf die Bühne, HIPPOLYTE ET ARICIE. Sein Komponistenkollege André Campra meinte dazu: „Mein Gott, in dieser Oper steckt genug Musik, um zehn daraus zu machen; der Mann wird uns alle auslöschen!“ Er lag damit nicht ganz richtig, denn trotz ihrer Qualitäten, gerieten Rameaus Opern gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Vergessenheit. Erst Camille Saint-Saëns gab Ende des 19. Jahrhunderts einen ersten Anstoss zur erneuten Auseinandersetzung mit Rameaus epochalem Musiktheater und seinen Balletten. Im Zuge der Wiederentdeckung der historischen Aufführungspraxis mit entsprechend spezialisierten Ensembles, die auf alten Instrumenten musizieren, geniesst Rameaus Schaffen wieder die verdiente Aufmerksamkeit. Besonders interessant sind seine Harmonie- und Affektenlehre, in der er den Tonarten eine ganz bestimmte Charakterisierung zuordnet. Ähnlich wie Gluck sah sich Rameau in einen Richtungsstreit verwickelt, den sogenannten Buffonistenstreit, in dem es um königliche Hofoper (im Stile Lullys) versus bürgerliches Singspiel (in der italienischen Tradition, z.B. Pergolesi) ging. Rameau vertrat dabei natürlich die französische Seite und war dabei mit seinen grossen tragédies quasi ein Wegbereiter für Glucks Reformopern. Seine bekanntesten tragédies lyriques und ballets heroïques neben HYPPOLITE er ARICIE, LES INDES GALLENTES, CASTOR ET POLLUX, ZOROASTRE und seine letzte Oper LES BORÉADES (erst gut 200 Jahre nach ihrer Entstehung uraufgeführt!).

Karten

Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 28. Februar 2018 Gelesen: 54

Kategorie: Gluck und Rameau
Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*




CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

*
*