Berlin, Konzerthaus: WIENER PHILHARMONIKER, 04.05.2017 

Berlin, Konzerthaus: WIENER PHILHARMONIKER, 04.05.2017

Ludwig von Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll | Uraufführung: Uraufführung: 5. April 1803 in Wien | Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4 in Es-Dur | Uraufführung: 20. Februar 1881 in Wien | Dieses Konzert in Berlin: 4.5.2017

Anton Bruckner

Kritik: folgt am 5.5. ab 14 Uhr an dieser Stelle

 

Werke: Ludwig von Beethovens (1770-1827) drittes Klavierkonzert ist sein einziges in einer Moll-Tonart. Vorbild könnten Mozarts KV 466 und KV 491 gewesen sein, die Beethoven gut kannte und bewunderte, aber selbstverständlich in keiner Weise kopierte, denn Beethovens drittes Klavierkonzert geht völlig eigene, neue Wege, insbesondere im Dialog zwischen Soloinstrument und Orchester, mit seinen ausgereiften Passagen von Rede und Gegenrede. In einem langen Ritornell beginnt das Orchester den ersten Satz. Es dauert, bis das Pianoforte endlich zu reden beginnt. Dann beginnt der abwechslungsreiche Dialog zwischen den beiden. Das Largo des zweiten Sates hat etwas beinahe Mystisches. Beethoven breitet die Tonart E-Dur prominent aus, mit Grösse, aber auch mit innerer Ruhe. Brillant gehalten ist der dritte Satz, ein Rondo (Allegro), in dem auch mal ein kleines Fugato als Überleitung aufblitzt. Der prächtige Satz schliesst nach der Kadenz des Solisten mit einer Coda (Presto) in strahlendem C-Dur.

Anton Bruckner (1824-1896) 4. Sinfonie

Wie bei den meisten seiner neun Sinfonien nahm Bruckner auch bei der vierten nach der ersten Fertigstellung der Komposition noch diverse Änderungen vor. So komponierte er z.B. das Scherzo völlig neu und überarbeitete später auch das Finale noch einmal. Immerhin kann man bei der vierten – im Gegensatz etwa zur dritten oder achten Sinfonie – ab 1880 doch von einer endgültigen Version sprechen. Diese Sinfonie des Meisters (wegen des darin beschriebenen beinahe paradiesischen Verhältnisses des Menschen zur Natur und des häufigen Einsatzes des Hornklangs auch vom Komponisten die „Romantische“ genannt) wurde vom Publikum von Anfang an sehr wohlwollend aufgenommen und gehört immer noch zu den beliebtesten Sinfonien Bruckners. In der Geschichte der Bruckner Rezeption ist sie auch insofern von Bedeutung, da sie als erste auf Schallplatte aufgezeichnet wurde, 1937 von Karl Böhm. Die viersätzige Sinfonie in Es-Dur hat eine Aufführungsdauer von knapp 70 Minuten. Auffallend sind die weichen Passagen des Blechs, die chorische Behandlung der Holzbläser, das für Bruckner typische Tremolo der Streicher und die grossangelegte Schlussteigerung. Am Anfang des Scherzos zitiert Bruckner die Einleitung zum zweiten Akt aus Wagners TRISTAN UND ISOLDE.

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Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 04. Mai 2017 Gelesen: 86

Kategorie: Beethoven, 3. Klavierkonzert, Bruckner 4. Sinfonie
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