Berlin, Konzerthaus: SCHUBERT, RIES. BEETHOVEN, 27.04.2017 

Berlin, Konzerthaus: SCHUBERT, RIES. BEETHOVEN, 27.04.2017

Franz Schubert: Sinfonie Nr. 1. in D-Dur | Uraufführung: 1813 in Wien | Ferdinand Ries: Ouvertüre zu Schillers Trauerspiel DIE BRAUT VON MESSINA op. 162 | komponiert: 1829 | Ludwig von Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 in G-Dur op. 58 | Uraufführung: März 1807 in Wien (halbprivate Aufführung) und am 22. Dezember 1808, ebenfalls in Wien mit Beethoven als Solisten | Dieses Konzert in Berlin: 27.4. | 28.4. (anstelle von Beethovens 4., Beethovens 1.Klavierkonzert | 29.4.2017 (nun mit Beethovens 5. Klavierkonzert)

Ludwig van Beethoven

Kritik: folgt am 28.4. ab 12 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Von Franz Schuberts (1797-1828) insgesamt sieben vollendeten und fünf unvollendeten Sinfonien haben es eigentlich nur die Nummern vier (Tragische), fünf, sieben (Unvollendete) und die Achte (Grosse C-Dur Sinfonie) ins dauerhafte Orchesterrepertoire gschafft. (Die Nummerierung hat sich mehrfach geändert, da zum Teil die unvollendeten und die „doppelt“ gezählten Werke die Nummerierung etwas undurchschauber gemacht hatten.) Doch auch die frühen Sinfonien des „Wunderkindes“ verdienen die Aufmerksamkeit des Musikliebhabers. Sie sind wundervolle Preziosen und zeigen den Weg des viel zu früh verstorbenen Komponisten auf dem Weg zur Meisterschaft auch im sinfonischen Bereich. Zur Zeit der Entstehung seiner 1. Sinfonie war Schubert gerade mal 16 Jahre alt. Sicher sind die Einflüsse Mozarts, Beethovens und Haydns noch deutlich zu hören (was beileibe keine Schande ist!), doch erkannte z.B. Antonín Dvořák „viele exquisite Details der Orchestrierung“. Brahms hingegen mass den jugendsinfonien Schuberts keinen hohen künstlerischen Wert zu. Als aber 1881 in London alle Schubert-Sinfonien aufgeführt wurden, zeite sich die britische Presse begeistert. THE GUARDIAN schrieb über die Schuberts 1. Sinfonie: „...Sie besitzt melodischen Reichtum, ist berückend instrumentiert und weist keine Spuren eines Ungleichgewichts zwischen Inhalt und Form auf.“

Ferdinand Ries (1784-1838) war ein deutscher Komponist und Dirigent und ein (zumindest zeitweiliger Freund und Weggefährte Beethovens). Ries, heutzutage weitgehend vergessen, hat ein Oeuvre von ungefähr dreihundert Werken hinterlassen (Opern, Oratiorien, acht Sinfonien, neun Klavierkonzerte, Kammermusik). Sein Leben führte ihn quer durch Europa, von seiner Geburtsstadt Bonn nach Wien, Paris, London, Stockholm, St.Petersburg und nach Frankfurt, wo er 1838 unerwartert starb. Die Konzertouvertüre zu Schillers Trauerspiel DIE BRAUT VON MESSINA entstand in Frankfurt. Nach Ferdinand Ries liess sich auch Robert Schumann von Schillers Tragödie zu einer Ouvertüre inspirieren (sein Opus 100) und die Komponisten Niccola Vaccai und Zdenek Fibich schrieben je eine auch Schillers Vorlage basierende Oper (1839, respektive 1884).

Ludwig von Beethoven (1770-1827) komponierte insgesamt fünf Klavierkonzerte. Die Nummer vier gilt als sein lyrischstes. Hier findet die Verschmelzung von Sinfonie und Solistenkonzert ihre erste bedeutende Ausführung. Das Konzert ist in einem zarten Grundton gehalten, weich, innig, trotz des marschartigen Seitenthemas im ersten Satz. Phantastisch konzipiert ist der zweite, der langsame Satz, ein Andante con moto: Die Liebe (das Klavier) stellt sich einem Dialog mit finsteren Mächten (der Unterwelt?). Die Argumente scheinen hin und her zu wechseln, das Klavier scheint den Disput schliesslich zu gewinnen. Mit einem heiteren Rondo schliesst das Konzert.

Karten



Für oper-aktuell: Kaspar Sannemann, den 27. April 2017 Gelesen: 95

Kategorie: Beethoven, 4. Klavierkonzert
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